Mordfall Fabian: Nach Monaten des Schweigens gesteht die Angeklagte endlich die Wahrheit!
Seit November verweigert die Angeklagte im Fabian-Prozess jede Aussage. Jetzt kündigt ihr Verteidiger an: Sie will sich doch äußern.
Rostock – Vor dem Landgericht Rostock läuft der Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow. Die Staatsanwaltschaft sieht in Gina H. die Täterin. Seit Anfang November befindet sich die 30-Jährige in Untersuchungshaft und hüllt sich bislang in Schweigen. Doch nun zeichnet sich eine überraschende Wende ab.

Verteidiger Thomas Löcker kündigte beim Nordkurier an, dass seine Mandantin nun selbst im Mord-Prozess aussagen oder zumindest eine schriftliche Erklärung verlesen könnte. „Wir wollen die Prozesspause im Juli nutzen, um das Ganze vorzubereiten“, sagte Anwalt Thomas Löcker der Zeitung. Die Angeklagte wolle vor Gericht einige Sachverhalte richtigstellen.
Mordfall Fabian: Staatsanwaltschaft sieht Eifersucht als Motiv
Die Anklage wirft der 30-Jährigen vor, Fabian am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet und anschließend in Brand gesetzt zu haben. Das mögliche Motiv: Eifersucht. Nach der Trennung von Fabians Vater habe Gina H. befürchtet, ihren gewohnten Lebensstil aufgeben zu müssen, so die Staatsanwaltschaft.
Sie habe das Leben Fabians „bedenkenlos“ vernichtet – in der vagen Hoffnung, die „für sie auch monetär vorteilhafte“ Beziehung zu dessen Vater wieder aufnehmen zu können. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. Zum Tatzeitpunkt war sie noch die Ex-Freundin des Vaters. Inzwischen sind die beiden wieder ein Paar.
Zeugen belasten Angeklagte vor Gericht schwer
Bereits vor dem offiziellen Leichenfund war Gina H. offenbar am Fundort. Ein Zeuge berichtete vor Gericht, dass die Angeklagte ihn am Abend des 13. Oktober 2025 angerufen habe. Sie bat ihn, mit ihr zu einem Tümpel bei Klein Upahl zu fahren. „Dann habe ich den Jungen da halt liegen sehen“, sagte der Zeuge vor dem Landgericht.
Ein weiterer Zeuge gab an, nur wenige Stunden zuvor ebenfalls mit der Angeklagten an diesem Ort gewesen zu sein. Die Polizei informierte Gina H. erst am 14. Oktober – mit der Behauptung, sie habe die Leiche zufällig beim Gassigehen entdeckt.
Der Prozess wird am Donnerstag (18. Juni) fortgesetzt. Dann soll nach Auskunft der Pressesprecherin am Landgericht Rostock die Bekannte gehört werden, die als Dritte am Fundort gewesen sein soll. Im Anschluss sind drei Polizeibeamte als Zeugen geladen, die zur Auffindesituation von Fabians Leiche aussagen sollen. (Quellen: Nordkurier, Staatsanwaltschaft Rostock, dpa) (kas)
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