Zeugin im Fabian-Prozess berichtet von sonderbarem Foto-Angebot der Angeklagten: „Ich wollte das nicht“

Am 13. Prozesstag sagte eine frühere Freundin der Angeklagten aus. Sie will bereits vor Eintreffen der Polizei am Fundort der Angeklagten klar widersprochen haben.

Rostock – Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian kam am 13. Prozesstag am Donnerstag, 18. Juni 2026, eine frühere Freundin der Angeklagten zu Wort. Die 52-Jährige erklärte in ihrer Aussage, von der Angeklagten über den Fundort der Kinderleiche informiert worden zu sein. Die Angeklagte habe sie dann vor Eintreffen der Polizei um einen Gefallen gebeten. Doch die Zeugin habe ihr direkt klargemacht, nicht lügen zu werden.

Fortsetzung Mordprozess im Fall Fabian
Die Angeklagte betritt den Gerichtssaal mit rotem Aktendeckel vor dem Gesicht. © A7120 Bernd Wüstneck/dpa

Offiziell meldete die Angeklagte den Fund von Fabians Leiche am Dienstag, 14. Oktober 2025. Damals erzählte die Angeklagte sogar in den Medien, ganz zufällig auf die Kinderleiche gestoßen zu sein. Im Laufe des Prozesses behaupteten jedoch zwei andere Bekannte der Angeklagten, mit ihr bereits am Vortag, am 13. Oktober 2025, am Fundort gewesen sein zu wollen. Beide habe die Angeklagte dorthin geführt. Und auch eine dritte Person habe die Angeklagte mit an den Fundort genommen: Die Zeugin erklärte am 13. Prozesstag, dass sich ihre damalige Bekannte am Dienstag bei ihr gemeldet habe. Gemeinsam fuhren die beiden dann an den Tümpel.

Angeklagte sei ohne zu zögern zum Leichnam gegangen

Während die Zeugin in einiger Entfernung mit ihrem Rollator stehen geblieben sei, sei die Angeklagte zielstrebig mit den Hunden über einen Acker zum Fundort an einem Tümpel bei Klein Upahl gegangen. Die Angeklagte habe sich dann erneut die Kinderleiche angesehen. Obwohl sie laut der beiden vorherigen Zeugen bereits am Vortag dort gewesen sei. „Er ist noch da. Es sieht schlimmer aus“, habe sie bei der Rückkehr gesagt.

Wie die Bild aus dem Gerichtssaal am Donnerstag berichtete, soll die Angeklagte ihrer Bekannten angeboten haben, ein Foto des Leichnams zu machen. „Ich wollte das nicht“, habe die Zeugin vor Gericht erklärt. Dann habe die Angeklagte angefangen, ihr den Zustand des Leichnams detailliert zu beschreiben. Wie die Zeugin weiter erklärt, habe sie jedoch auch dies nicht gewollt. Als ihre damalige Freundin sie dann gebeten habe, der Polizei nichts von deren Besuchen des Tümpels vom Vortag zu erzählen, habe die Zeugin ihr direkt klargemacht: „Ich habe Gina gesagt, ich werde nicht lügen.“

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Als die Polizei am Fundort eingetroffen sei und die Handys der beiden Frauen sicherstellen wollte, sei die Angeklagte laut geworden. Sie habe ihr Handy nicht abgeben wollen.

Zeugin glaubt, Angeklagte hat sie nur für ein Alibi mitgenommen

Mittlerweile glaube sie, dass die Angeklagte sie nur wegen eines Alibis dorthin mitgenommen habe und die Hunde den Ort hätten finden sollen, um sie zu entlasten, sagte die Zeugin in einer vorherigen Aussage bei der Polizei. Diesen Eindruck bestätigte sie vor Gericht. „Das kam mir alles sehr komisch vor.“

Der Prozess wird am 23. Juni fortgesetzt. Dann sollen mehrere Polizeibeamte als Zeugen gehört werden, darunter eine Beamtin, die die Angeklagte vernommen hat. Der Prozess begann am 28. April. Es sind Termine bis zum 10. September angesetzt. Auch die Angeklagte selbst könnte sich schon bald äußern. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Vor Jahren schockierte ein ähnliches Verbrechen Spanien. Auch damals verschwand zunächst ein Achtjähriger, auch damals rückte schnell die Partnerin des Vaters in den Fokus. (Quellen: dpa, Bild) (jl)

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