Fall Fabian (8): Verzweifelte Mutter – ihre Anwältin erhebt schwere Vorwürfe gegen die Ermittler
Güstrow: Mutter von Fabian (†8) fühlt sich im Stich gelassen – Ermittlungen kommen nur langsam voran
Mehr als sechs Wochen nach dem Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow wächst bei seiner Mutter Dorina Lange die Verzweiflung. Ihr Sohn war am 10. Oktober als vermisst gemeldet worden. Nur wenige Tage später wurde sein Körper in einem Waldstück entdeckt. Die anschließende Untersuchung bestätigte, dass der Junge nicht eines natürlichen Todes gestorben war. Wie es jedoch zu den Ereignissen kam, ist weiterhin ungeklärt.
Eine Mutter zwischen Trauer und Ungewissheit
Seit dem Verschwinden ihres Sohnes ist Dorina Lange mehrfach von der Polizei befragt worden – insgesamt fünfmal. Die jüngste Vernehmung fand am 20. November statt und dauerte rund drei Stunden. Wieder ging es um die Abläufe des Abends, an dem Fabian plötzlich unauffindbar war.
Im Gespräch mit RTL macht die Mutter keinen Hehl aus ihrer Erschöpfung. Sie beschreibt, dass sie kaum das Gefühl habe, dass sich etwas bewege.
„Ich fühle mich allein gelassen. Natürlich arbeiten die Beamten, aber ich sehe keine Fortschritte“, sagt sie. Die Ungewissheit, wie es zu dem Tod ihres Kindes kommen konnte, belaste sie täglich.
Festnahme – aber keine Antworten
Bereits am 6. November wurde eine tatverdächtige Frau festgenommen: Gina H., die ehemalige Partnerin von Fabians Vater. Sie hatte nach bisherigen Angaben auch den Fund des Körpers gemeldet. Die Ermittler sehen in ihr eine mögliche Schlüsselperson – doch die 29-Jährige schweigt bislang zu allen Vorwürfen.
Die Festnahme hatte bei vielen Angehörigen und Freunden zunächst die Hoffnung geweckt, dass der Fall nun schneller aufgeklärt werden könnte. Doch auch Wochen später ist noch unklar, was genau geschah. Für Dorina Lange ist der Stillstand schwer erträglich.
Freundin und Anwältin äußern Besorgnis
Raffaela Jorga, eine enge Freundin der Mutter, beschreibt ihre Sorgen deutlich: „Es ist kaum auszuhalten, das alles mit anzusehen.“ Besonders fürchte sie, dass die Verdächtige möglicherweise wieder auf freien Fuß kommen könnte.
Auch die Rechtsanwältin der Mutter, Christine Habetha, beurteilt die Lage kritisch. Die Ermittlungen wirkten aus ihrer Sicht stockend, und die Mutter werde zunehmend verzweifelter.
„Die Fragen, die immer wieder gestellt werden, zeigen eher Unsicherheit als Klarheit“, sagt sie und verweist darauf, dass die Familie sich mehr Transparenz erhoffte.
Neuer Zeugenaufruf soll Lücken schließen
Am 20. November wandte sich die Polizei erneut an die Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt steht ein Fahrzeug, das der Tatverdächtigen zugerechnet wird – ein Pickup, der sich am 10. Oktober möglicherweise an relevanten Orten bewegt hat. Die Ermittler bitten ausdrücklich um Aufnahmen von privaten Außenkameras, die das Fahrzeug oder andere Auffälligkeiten an diesem Tag zeigen könnten.
Ein weiterer wichtiger Punkt des Aufrufs betrifft den Linienbus 203. Dieser fuhr am Vormittag des 10. Oktober von der Region in Richtung Güstrow. Fahrgäste, die an diesem Tag mit dem Bus unterwegs waren, werden gebeten, mögliche Beobachtungen mitzuteilen.
Der Weg zur Aufklärung bleibt lang
Auch wenn der neue Zeugenaufruf Hoffnung macht, zeigt er gleichzeitig, dass noch viele Fragen offen sind. Die Ermittlungsbehörden versuchen, die Bewegungen des Kindes, der Verdächtigen und anderer Beteiligter zeitlich exakt zu rekonstruieren – eine Aufgabe, die ohne Beobachtungen aus der Bevölkerung kaum zu bewältigen ist.
Für Dorina Lange bleibt die Situation eine enorme Belastung. Während sie um ihren Sohn trauert, hofft sie gleichzeitig darauf, dass die Behörden bald Klarheit schaffen können. Der Fall beschäftigt weiterhin die gesamte Region und hat viele Menschen tief berührt.






