FALL FABIAN – „Was sie am Fundort gesagt haben soll, ließ selbst erfahrene Prozessbeobachter aufhorchen“ – Neue Zeugenaussage belastet die Angeklagte schwer….Details unten
Eine Bekannte von Gina H. packt vor dem Landgericht Rostock aus. Ihr Bericht über den Tag des Leichenfunds wirft ein beklemmendes Licht auf die Angeklagte.
Rostock – Am 13. Verhandlungstag im Mordprozess gegen Gina H. hat eine Zeugin erschütternde Einblicke in die Stunden rund um den offiziellen Fund von Fabians Leiche gegeben. Die 30-jährige Angeklagte soll den achtjährigen Jungen aus Güstrow am 10. Oktober 2025 mit sechs Messerstichen getötet und anschließend in Brand gesetzt haben.

Eine frühere Bekannte der Beschuldigten wurde am Morgen des 14. Oktober von einem Anruf geweckt. „Wir haben ihn gefunden. Er ist tot“, habe Gina H. ihr mitgeteilt, wie die Zeugin laut Stern vor dem Landgericht Rostock zu Protokoll gab. Brisant: Die Angeklagte hatte den Leichnam bereits einen Tag zuvor entdeckt und zwei Männer zum Fundort geführt – meldete den Fund jedoch erst am 14. Oktober der Polizei und behauptete, sie habe die Leiche „zufällig“ gefunden.
Mordprozess im Fall Fabian: Zeugin erklärt, warum sie zum Fundort mitfuhr
Auf die Frage, weshalb sie die Polizei nicht sofort verständigt habe, reagierte die Angeklagte ablehnend, berichtete die Zeugin. Am Folgetag fuhr sie dennoch mit Gina H. und zwei Hunden zum Fundort. Ihre Beweggründe schilderte die Frau vor Gericht emotional: „Ich habe gedacht, wenn ich jetzt nicht mitfahre, dann wird der Kleine niemals gefunden. Wenn die den Mund nicht aufmacht“, soll sie dem Stern zufolge gesagt haben. Sie habe an Fabians Mutter gedacht, die im Ungewissen lebte: „Das möchte ich auch nicht erleben, wenn das mein Kind wäre.“
Während die Zeugin mit ihrem Rollator in einiger Entfernung wartete, marschierte die Angeklagte zielstrebig über einen Acker zu einem Tümpel bei Klein Upahl. „So wie ein Plan, der erfüllt werden muss. Auch wie zielgerichtet sie da runterging, das war so kalt“, beschrieb die Zeugin laut Bild das Verhalten vor Gericht. Bei ihrer Rückkehr habe Gina H. lediglich gesagt: „Er ist noch da. Es sieht schlimmer aus.
Alte Freundin von Gina H. äußert sich vor Gericht: Angeklagte soll Spuren mit Hund gelegt haben
Der gemeinsame Ausflug in den Wald war nach Aussage der Zeugin kein Zufall. Die Angeklagte habe den Hund der Zeugin benutzt, um Spuren am Fundort zu legen. Mit einer Hundeleine sollte der Eindruck entstehen, das Tier habe sich losgerissen und Fabian eigenständig aufgespürt. Gina H. habe sogar stolz berichtet, der Hund habe neben der Leiche des Jungen noch „gepullert“.
Vor Gericht rang die frühere Freundin von Gina H. mehrfach um Fassung, während die Angeklagte keine sichtbaren Gefühlsregungen zeigte. Ähnlich teilnahmslos habe sich Gina H. auch am Fundort verhalten. „Wenn ich den Kleinen da finde… Wenn ich das sehe, und komm dann wieder hoch und bin so gefühlslos. An dem Tag habe ich nicht viel realisiert, aber so mit dem Abstand würde ich sagen, das war kalt“, so die Zeugenaussage laut Stern.
„Totales Austicken war das für mich“ – erschreckende Zeugenaussage zu Leichenfund
Erst als Polizeibeamte am Fundort eintrafen und beide Frauen zur Herausgabe ihrer Mobiltelefone aufforderten, soll die Angeklagte Emotionen gezeigt haben. Gina H. weigerte sich laut der Zeugenaussage, ihr Handy abzugeben, und wurde offenbar laut. „Totales Austicken war das für mich“, erinnerte sich die Zeugin der Bild zufolge. Nach dem Fund brach der Kontakt zwischen den beiden Frauen weitgehend ab.
Die Zeugin und Gina H. kannten sich gut – beide lebten im selben Wohnhaus, teilten die Liebe zu Pferden und Hunden und gingen regelmäßig gemeinsam spazieren. Hinter der Fassade habe es in der Beziehung zwischen der Angeklagten und Fabians Vater Matthias R. jedoch immer wieder gekracht. Gina H. sei extrem eifersüchtig gewesen: „Wenn Matthias nur jemanden angeguckt hat, hat sie gesagt, guck sie nicht an!“ Auch Gewalt soll eine Rolle gespielt haben – Gina H. habe ihr erzählt, von Matthias R. geschlagen worden zu sein.
Die Angeklagte selbst äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen. Ihrem Verteidiger zufolge soll sich das im August ändern. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung. (Quellen: dpa, Bild, Stern) (jm)




