Mordfall Fabian (†8): Enge Freundin enthüllt versehentlich einen schwerwiegenden Hinweis gegen Gina H.

Rostock – Heike M. (52) war die Nachbarin und beste Freundin der Angeklagten im Mordfall Fabian (†8). Die 52-Jährige hat einen schlimmen Verdacht.

Die Angeklagte im Mordfall Fabian (†8) schweigt bislang zu den Vorwürfen.
Die Angeklagte im Mordfall Fabian (†8) schweigt bislang zu den Vorwürfen.  © A7120 Bernd Wüstneck/dpa

Rund dreieinhalb Stunden sagte M. am Donnerstag vor dem Rostocker Landgericht aus. Sie berichtete unter anderem, dass sie von der Angeklagten benutzt und manipuliert worden sei.

Die Güstrowerin war die Nachbarin der 30-Jährigen, der vorgeworfen wird, den Sohn ihres Ex-Partners ermordet zu haben.

Sie hätten in der Zeit vor Fabians Verschwinden über die Kinder gesprochen, aber auch über die Probleme mit Fabians Vater. “Wir waren füreinander da”, sagte die dreifache Mutter gegenüber der Bild.

Bis zum 14. Oktober, dem Tag, an dem Fabians Leiche gefunden wurde. “Ich habe geschlafen. Mein Telefon bimmelte. Dann hat Gina zu mir gesagt: ‘Wir haben ihn gefunden. Er ist tot.’ Das war, als wenn dich einer erschlägt”, so M. Die Ruhe, mit der die Angeklagte gesprochen habe, habe ihr “die Füße weggehauen”.

Advertisements

Bevor die 30-Jährige ihre beste Freundin anrief, hatte sie bereits einen Freund und einen befreundeten Jäger an den Tatort geführt.

M. vermutet, dass sie auch noch zum Fundort musste, weil die anderen nicht die Polizei verständigt hätten. “Ich war ihr Notnagel, die letzte Station.”

Die Angeklagte soll Heike M. ein Foto der Leiche angeboten haben

Fabian (†8) verschwand am 10. Oktober 2025, seine Leiche wurde vier Tage später an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.
Fabian (†8) verschwand am 10. Oktober 2025, seine Leiche wurde vier Tage später an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.  © Polizeipräsidium Rostock

Die 52-Jährige fuhr mit der Tatverdächtigen zu dem Tümpel. “Ich wollte wissen, was da dran ist. Wollte den Fundort sehen, auch aus der Angst, dass wir ihn nicht mehr finden”, erklärte sie. Auf dem Weg habe sie versucht, mit der 30-Jährigen zu sprechen. “Sie hat nur geradeaus geguckt und geschwiegen.”

An dem Tümpel bei Klein Upahl wurde es schließlich völlig absurd. M. blieb mit ihrem Rollator zurück, als ihre Nachbarin zur Leiche ging. “Vorher fragte sie: ‘Soll ich dir ein Bild machen?’ Da fiel mir alles aus dem Gesicht”, erzählte Heike M. “Wie kann man nur auf die Idee kommen, ein Kind, das so zugerichtet daliegt, fotografieren zu wollen?”, fragte sie.

Dann erst habe ihre damalige beste Freundin die Polizei gerufen. Ihr Verhalten könne sie nicht verstehen. Die Angeklagte habe erst Emotionen gezeigt, als die Polizei ihr Handy beschlagnahmen wollte.

Bislang schweigt die 30-Jährige zu den Vorwürfen, was M. wie ein Schuldeingeständnis wertet. “Wenn man unschuldig ist, dann schweigt man nicht ein halbes Jahr. Ich glaube nicht an ihre Unschuld. Kein bisschen. Sie ist nicht unschuldig”, so die ehemalige beste Freundin, die noch einen schlimmen Verdacht nachschiebt. “Sie deckt vielleicht jemanden.”

Der Prozess um den Mordfall wird am Dienstag fortgesetzt. Der Anwalt der Angeklagten kündigte an, dass sie im August aussagen werde.

Titelfoto: Fotomontage: Bernd Wüstneck/dpa/Polizeipräsidium Rostock

Back to top button
error: Content is protected !!

Adblock Detected

Please consider supporting us by disabling your ad blocker