Mordprozess im Fall Fabian: Gina H. googelte Abscheuliches!

Rostock – Sobald Gina H. (30) am Morgen aufwachte, griff sie zum Smartphone – und legte es bis zum Abend nicht mehr weg. Fast ununterbrochen schickte sie Sprachnachrichten an Freunde und Bekannte, lud zwischendurch den Akku immer wieder auf. Diesen Dauerbetrieb unterbrach sie nur zweimal: Das erste Mal zu jener Zeit, als mutmaßlich der kleine Fabian (8) ermordet wurde.
Am 10. Prozesstag vor dem Landgericht Rostock sagte jetzt ein Ermittler aus, der unzählige Handydaten der Angeklagten analysiert hatte. In einer detaillierten Präsentation führte der Kriminalbeamte durch das Leben einer Frau, die offenbar von Eifersucht, Kontrollwahn und Egoismus getrieben war. Und die sogar Künstliche Intelligenz nutzte, um andere zu täuschen.


ChatGPT schrieb die Trauerrede
Nachdem die Leiche des kleinen Jungen gefunden worden war, ließ sich H. von ChatGPT eine Trauerrede schreiben und schickte den Text an Fabians Vater, der sich gerade von ihr getrennt hatte. Als der sie für die bewegenden Worte lobte, antwortete sie, dass er ja wisse, dass „eins ihrer großen Talente das Schreiben“ sei.
In den Wochen vorher nutzte sie die Künstliche Intelligenz bereits, um ein Testament für sich aufzusetzen. Und am Tag nach Fabians Tod fragte sie Google: „Fressen Wildschweine tote Menschen?“

Sie kontrollierte ihn minutengenau
Die Auswertung der Handydaten zeigt auch: Gina H. kontrollierte Fabians Vater dauerhaft. Sie forderte von Matthias R. (35) minutengenaue Updates, wann er sich bei der Arbeit an- und abmeldete oder sich auch nur ein Getränk holte. Jeglicher Kontakt zu seiner Ex-Frau, Fabians Mutter, schien sie eifersüchtig zu machen.
Gleichzeitig schrieb die 30-Jährige jedoch intensiv mit mehreren anderen Männern. Selbst am Abend, nachdem der kleine Junge ermordet worden war, schickte sie einem Freund anzügliche Sprachnachrichten – während sie ihr Auto reinigte – mutmaßlich, um Spuren zu beseitigen. Fabians Vater schrieb sie parallel dazu besorgte Nachrichten.
Zweimal absolute Funkstille
Doch ihr sonst so intensiv genutztes Smartphone weist laut der Ermittler zwei ungewöhnliche Phasen absoluter Funkstille auf. Exakt im angenommenen Tatzeitraum am 10. Oktober sowie am späten Abend des 13. Oktober schaltete sie ihr Handy bei vollem Akku aus.
In jenen Stunden hatte sie nacheinander zwei Bekannte zum Tatort gelotst, um dort mit ihnen gemeinsam nach Fabian zu suchen. Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt. Dann soll der Mann aussagen, den Gina H. zuerst zum Tatort führte.





