Paukenschlag im Fall Fabian: Ernüchterndes Fazit zu erneuter Suche der Polizei

Fall Fabian: Gericht bestätigt Untersuchungshaft – Ermittler durchsuchen erneut das Gelände

Güstrow/Klein Upahl – Der rätselhafte Fall um den achtjährigen Fabian beschäftigt Ermittler, Justiz und Öffentlichkeit weiter intensiver denn je. Auch zwei Monate nach seinem Verschwinden am 10. Oktober gibt es mehr Fragen als Antworten – und eine zentrale Person bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, nachdem das Amtsgericht Rostock den Haftbefehl am 3. Dezember erneut bestätigte.

Ergebnislose Suche – doch die Hoffnung bleibt

Wie die Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen mitteilte, blieb die jüngste Suchaktion am Donnerstag (4. Dezember) ohne neue Hinweise. Eine Wiese unweit des Fundortes bei Klein Upahl war erneut großräumig durchsucht worden.

Beteiligte waren Kräfte der Kriminalpolizei Rostock, der Bereitschaftspolizei und technische Einheiten. Sie setzten Metalldetektoren ein, trugen hohes Gestrüpp mit Motorsensen ab und tasteten selbst kleinste vegetationsarme Bereiche ab. Ziel war es, bislang übersehene Gegenstände zu finden, die möglicherweise eine Rolle spielen könnten.

Trotz des ernüchternden Ergebnisses betonten die Ermittler, dass jede erneute Suche notwendig sei, um wirklich jedes Detail des Umfeldes zu bewerten.

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Fast zwei Monate sind seit dem plötzlichen Verschwinden von Fabian (8) bereits vergangen. Jetzt suchte die Polizei erneut am Fundort der Leiche des getöteten Jungen. (Archivbild) © Bernd Wüstneck/dpa

Paukenschlag: Polizei findet neues mögliches Fundstück

Am Mittwoch hatte Bild bereits berichtet, dass Beamte der Bereitschaftspolizei am Donnerstag erneut das Waldstück bei Klein Upahl durchkämmten – jenes Gebiet, in dem im Oktober ein Kind entdeckt worden war. Die Polizei Rostock bestätigte den Einsatz: Insgesamt 22 Einsatzkräfte waren beteiligt.

Die Suche konzentrierte sich vor allem auf das Areal rund um den kleinen Tümpel, jenem Ort, der bereits zuvor mehrfach untersucht worden war. „Wir prüfen erneut Bereiche, die bisher noch nicht im Fokus standen“, erklärte eine Polizeisprecherin. Dabei gehe es insbesondere um Stellen am Wegesrand, im Wald und auf der Wiese neben dem Wasser.

Die Beamten hätten gezielt nach Dingen Ausschau gehalten, die „nicht natürlich auf dieses Gelände gehören“. Und tatsächlich – nach Angaben der Sprecherin wurde ein schwarz-rotes Stoffstück sichergestellt, das nun in den Laboren untersucht wird.

Ob es eine Rolle im Fall spielt oder sich später als völlig irrelevant herausstellt, bleibt offen.

Fast 1.000 Hinweise – Ermittler arbeiten am Limit

Die Flut an Hinweisen ist enorm. Die Staatsanwaltschaft Rostock spricht von „fast 1.000 Spuren“, die nach und nach ausgewertet werden müssen. Priorisiert werde zwar, doch viele Ergebnisse träfen verzögert ein, so Sprecher Harald Nowack.

„Wir bekommen fortlaufend Resultate, aber es dauert. Manche Untersuchungen benötigen schlicht Zeit.“ Noch ausstehend sei unter anderem ein toxikologisches Gutachten. Auch ein zentraler Gegenstand, der möglicherweise eine Rolle gespielt haben könnte, wurde bisher nicht gefunden.

Der Sprecher betonte erneut, dass man zu laufenden Ermittlungsdetails derzeit keine konkreten Angaben machen könne – zu groß sei das Risiko, laufende Untersuchungen zu gefährden.

Anwalt der Beschuldigten bringt neues Szenario ins Gespräch

Während Ermittler weiterhin akribisch arbeiten, bleibt die Person, gegen die sich der Vorwurf richtet, in Untersuchungshaft. Ihr Verteidiger hatte zuletzt öffentlich ein „bisher wenig beachtetes Szenario“ erwähnt und fordert eine breitere Betrachtung möglicher Abläufe.

Wie viel Gewicht dieser Ansatz bekommt, ist derzeit unklar – fest steht jedoch, dass die Ermittler weiterhin jede denkbare Richtung prüfen.

Ein Fall, der nicht zur Ruhe kommt

Die erneuten Suchaktionen, das sichergestellte Stoffstück, die ausstehenden Gutachten und die Masse an Hinweisen zeigen: Der Fall um Fabian bleibt einer der komplexesten der vergangenen Jahre.

Und auch wenn viele Untersuchungen ohne spektakuläre Erkenntnisse enden – die Hoffnung, dass ein kleines Detail irgendwann das große Bild klärt, bleibt bestehen.

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