Sechsjähriges Mädchen entführt und mehrfach weiterverkauft: Dank eines einzigen Details wird sie neun Jahre später wie in einem Film spektakulär gerettet!
Im Jahr 2005 wurde in Xi’an (China) ein sechsjähriges Mädchen namens Cheng Ying von Fremden entführt.
Der Schicksalsschlag traf sie völlig unerwartet und stürzte ihr Leben in eine dunkle, ungewisse Richtung. Doch kaum jemand hätte geahnt, dass sie während ihrer gesamten neunjährigen Odyssee niemals den Glauben daran verlor, eines Tages zu ihrer Familie zurückzukehren.
Nach der Entführung wurde Cheng Ying mehrfach an verschiedene Personen verkauft. Ihr Name wurde immer wieder geändert, ihre Identität ausgelöscht – ihre Kindheit bestand nur noch aus Angst und Sehnsucht. Doch zwischen all dem Chaos hielt sie an einem einzigen Gedanken fest:
„Ich heiße Cheng Ying.“
Für sie war dieser Name das letzte Band zu ihrem wahren Leben – der Schlüssel zur Rückkehr zu ihren Eltern.
Mehrmals versuchte das Mädchen, aus den Familien zu fliehen, die mit Kinderhandel zu tun hatten. Doch weil sie noch so klein war, scheiterten alle Versuche. Trotzdem gab sie nie auf. Trotz harter Behandlung, trotz Hunger und schlechtem Schlaf sparte sie heimlich kleine Münzen und Scheine, bis sie schließlich über 500 Yuan zusammengespart hatte – Geld, das sie als „Heimweg-Geld“ betrachtete.

Gleichzeitig gaben auch ihre leiblichen Eltern die Suche niemals auf.
Sie verbreiteten Suchmeldungen überall, baten unzählige Behörden und Organisationen um Hilfe – in der Hoffnung, dass irgendjemand einen Hinweis auf ihre Tochter entdecken würde. Ihre Ausdauer wurde zu einer unsichtbaren Kraft, die auch Cheng Ying stärkte, obwohl sie niemals davon erfahren hatte. Irgendwie verstand sie, dass sie ihre Identität nicht verlieren durfte.

Im Jahr 2014, als das Internet in China stärker verbreitet war und Informationen über vermisste Kinder schneller geteilt wurden, konnte Cheng Ying schließlich mithilfe der örtlichen Polizei mit ihrer Familie wiedervereint werden.
Die Wiedervereinigung war das Ergebnis zweier Wege, die unermüdlich aufeinander zugingen:
Eltern, die ihr Kind suchten – und ein Kind, das den Weg nach Hause nicht vergaß.
Darüber hinaus führte die von Cheng Ying gelieferten Informationen dazu, dass die Polizei das gesamte Kinderhandelsnetzwerk aufspürte und zerschlug. Alle Beteiligten wurden festgenommen. Ein kleines Mädchen, das scheinbar völlig wehrlos war, wurde zu einer entscheidenden Zeugin, die half, ein kriminelles Netzwerk zu zerstören.
Die Geschichte von Cheng Ying zeigt eindrucksvoll:
Manchmal ist der wichtigste Mensch, der einen retten kann – man selbst.




