Der nächste Prozess im Fall Fabian: Schockierende Enthüllungen – und was im kommenden Gerichtstermin noch im Verborgenen liegt
Neue Entwicklungen im Fall Fabian: Gerichtstermin angesetzt – Verteidigung und Staatsanwaltschaft uneinig über Beweislage
Im Fall des verstorbenen achtjährigen Fabian aus Güstrow gibt es neue juristische Bewegungen. Das Amtsgericht Rostock hat für kommenden Mittwoch einen Haftprüfungstermin bestätigt. Zu diesem Termin wird über die weitere Untersuchungshaft der verdächtigen Frau entschieden, die seit Anfang November in Gewahrsam sitzt. Ihr Anwalt, Andreas Ohm, hofft darauf, seine Mandantin auf freien Fuß zu bringen, während die Staatsanwaltschaft von einer gefestigten Verdachtslage ausgeht.
Diskussion über die Beweissituation
Rechtsanwalt Ohm kritisiert weiterhin, dass die Ermittlungsakten kaum eindeutige Nachweise enthalten würden. Nach seiner Darstellung stütze sich die Untersuchungshaft lediglich auf mehrere Hinweise, deren Belastbarkeit seiner Meinung nach unklar sei. Die Staatsanwaltschaft widerspricht dieser Einschätzung deutlich. Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärte gegenüber der Ostsee-Zeitung, dass ein Großteil schwerer Gewaltdelikte vor Gericht auf der Grundlage von Indizien verhandelt werde. Es sei in solchen Verfahren selten, dass Augenzeugen existieren oder unmittelbare Beweise gefunden werden können.
Vor Kurzem hatte zudem die Anwältin der Mutter von Fabian eine weitere Person ins Gespräch gebracht, die möglicherweise wichtige Beobachtungen gemacht haben könnte. Ob diese neue Zeugin tatsächlich neue Erkenntnisse liefert, ist jedoch noch offen.

Vor etwa einem Monat wurde der kleine Fabian (8) tot aufgefunden. Mittlerweile ist eine Tatverdächtige geschnappt. Es soll sich um die Ex-Freundin von Fabians Vater handeln. (Collage) © Stefan Sauer/Philip Dulian/dpa
Neue Hinweise durch erneuten Zeugenaufruf
Trotz der laufenden Kritik am bisherigen Vorgehen bleibt die Staatsanwaltschaft überzeugt, dass sich der Verdacht gegen die festgenommene Frau seit dem 6. November eher weiter verfestigt hat. Medien wie NDR berichten, dass es sich bei der Verdächtigen um die ehemalige Partnerin des Vaters handeln soll. Ihrem Umfeld zufolge soll es ihr emotional und gesundheitlich nicht gut gehen.
Für Verteidiger Ohm gibt es jedoch einen Punkt, der ihm Hoffnung gibt: In der vergangenen Woche veröffentlichten Polizei und Staatsanwaltschaft einen erneuten Aufruf an mögliche Zeugen. Personen, die am 10. Oktober – dem Tag, an dem Fabian verschwand – einen orangefarbenen Ford Ranger bemerkt haben könnten, wurden gebeten, sich bei den Ermittlern zu melden. Für Ohm zeigt dieser Schritt, dass den Behörden möglicherweise noch wesentliche Informationen fehlen. Er stellte öffentlich die Frage, wie dieser Aufruf im Zusammenhang mit der noch laufenden Beweisaufnahme zu werten sei.
Ablauf der bisherigen Ermittlungen
Die Verdächtige wurde am 6. November in einem kleinen Ort nahe Güstrow festgenommen. Die Polizei stellte ihr Fahrzeug sicher und veröffentlichte später einen weiteren Hinweisaufruf, um Zeugen zu finden, die das Auto der Frau gesehen haben könnten. Immer wieder wird kritisch hinterfragt, ob die Ermittlungsarbeit transparent genug kommuniziert wurde und ob alle Maßnahmen zur Spuren- und Hinweisaufnahme rechtzeitig durchgeführt wurden.
Der Fall selbst hatte im Oktober bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Fabian war am 10. Oktober als vermisst gemeldet worden. Vier Tage später wurde sein Körper an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Die genaue Todesursache und die letzten Stunden des Jungen sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen. Die Ermittlungsbehörden halten sich zu vielen Details bewusst bedeckt, um die laufenden Untersuchungen nicht zu gefährden.
Wie geht es weiter?
Mit dem Haftprüfungstermin rückt nun eine wichtige Entscheidung näher: Wird die tatverdächtige Frau weiter in Untersuchungshaft bleiben, oder wird das Gericht ihrem Anwalt folgen und eine Freilassung anordnen? Dabei wird maßgeblich geprüft, wie tragfähig die Indizien sind, ob Fluchtgefahr besteht und ob eine mögliche Beeinflussung weiterer Zeugen ausgeschlossen werden kann.
Fest steht: Der Fall ist längst nicht abgeschlossen. Sowohl Ermittler als auch Anwälte erwarten im weiteren Verlauf der Ermittlungen neue Ergebnisse. Ob diese den Verdacht erhärten oder entkräften werden, bleibt abzuwarten. Für die Familie des Jungen und die Öffentlichkeit bleibt die Hoffnung, dass alle offenen Fragen geklärt und die Hintergründe vollständig aufgearbeitet werden.





