Prozess im Fall Fabian (8): Disput nach Chatnachricht von Gina H. – Vater widerspricht frührer Aussage….Details unten

Am Donnerstag wird der Mordprozess um den getöteten Fabian aus Güstrow fortgesetzt. Am Vormittag kam zunächst die Mutter des Jungen zu Wort.

Update vom 30. April, 18:32 Uhr: Nach Ende des Prozesstages kam es erneut zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Rechtsanwalt Thomas Löcker, dem Verteidiger von Gina H., und Staatsanwalt Harald Nowack. Auslöser war die Aussage eines Zeugen, der von einem rund 13 Kilometer vom Tatort entfernt im Müll gefundenen Küchenmesser berichtete. Löcker kritisierte scharf, dass die Polizei das Messer nicht gesichert habe.

Die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, bezeichnete Löckers Verhalten als „albern“ – er könne jederzeit Beweisanträge stellen. Die Tatwaffe im Fall Fabian ist bis heute nicht gefunden.

Update vom 30. April, 18:09 Uhr: Damit endet ein langer und ereignisreicher Verhandlungstag im Prozess um den Tod des kleinen Fabian. Neben einem hitzigen Schlagabtausch zwischen Verteidiger Löcker und dem Vorsitzenden Richter sorgte vor allem die Aussage von Fabians Vater Matthias R. für Aufsehen – der Zeuge verstrickte sich mehrfach in Widersprüche und ruderte bei einigen früheren Aussagen zurück. Im Mittelpunkt stand dabei das Verhältnis zwischen R. und der Angeklagten Gina H., das von gegenseitigen Vorwürfen und Kontrollverhalten geprägt gewesen sein soll. Am Dienstag wird die Befragung von Matthias R. fortgesetzt.

Update vom 30. April, 17:05 Uhr: Der heutige Verhandlungstag offenbarte bei R. einige Ungereimtheiten. Noch im November 2025 hatte er gegenüber den Ermittlern geäußert, Gina H. habe heimlich sein Mobiltelefon durchforstet – vor Gericht wollte er davon nichts mehr wissen.

Update vom 30. April, 17:00 Uhr: Der heutige Verhandlungstag ist nach mehr als sieben Stunden zu Ende gegangen. Fabians Vater Matthias R. wird am Dienstag erneut auf dem Zeugenstuhl Platz nehmen.

Der zweite Prozesstag im Fall des getöteten Fabian läuft.
Der zweite Prozesstag im Fall des getöteten Fabian läuft. © Bernd Wüstneck/dpa | Privat

Update vom 30. April, 16:43 Uhr: Auch im weiteren Verlauf der Befragung steht das Verhältnis zwischen Matthias R. und der Angeklagten Gina H. im Mittelpunkt. Der Richter hielt R. die Aussage eines Zeugen vor, wonach H. ihn während der Beziehung kontrolliert und zunehmend von seinem sozialen Umfeld abgeschnitten habe. So soll R. ihr jeden Abend sein Smartphone gezeigt haben. R. bezeichnete diese Darstellung als falsch.

Zuvor hatte der Richter bereits nachgehakt, welche Rolle unterschiedliche Lebensvorstellungen bei der Trennung gespielt hätten. Gegenüber der Polizei hatte R. seinerzeit erklärt, er und H. hätten in puncto Familie nicht dieselben Vorstellungen gehabt – ein Aspekt, dem der Richter nun weiter nachging.

Schlagabtausch zwischen Richter und Verteidiger

Update vom 30. April, 16:30 Uhr: Im Gerichtssaal ist es erneut zu einem Schlagabtausch zwischen Verteidiger Löcker und dem Vorsitzenden Richter gekommen. Löcker wollte einen Einwand vorbringen – doch der Richter stoppte ihn und entzog ihm das Wort. Erst als Zeuge Matthias R. den Saal verlassen hatte, kam Löcker zu Wort: Er hege Zweifel daran, ob R. bei Fragen zu möglichen Tätlichkeiten die Wahrheit sagen könne, schließlich könnte er sich damit selbst strafbar machen. Löcker wollte daher wissen, ob der Zeuge über sein Recht belehrt worden sei, die Aussage zu verweigern. Der Richter bestätigte dies – und erteilte Löcker zugleich eine deutliche Rüge: „Sie sind der Anwalt der Angeklagten, nicht des Zeugen.“ Danach wurde die Verhandlung für zehn Minuten unterbrochen.

Update vom 30. April, 15:41 Uhr: Im Gerichtssaal kommt es kurz zu einem Disput zwischen Staatsanwalt Nowack und Verteidiger Löcker, nachdem eine Chatnachricht von Gina H. gezeigt wird, in der sie schreibt, die Kinder vor Matthias R. schützen zu wollen. Löcker argumentiert, dies müsse nicht zwingend auf körperliche Gewalt hindeuten.

Aus weiteren Chatnachrichten aus dem April 2023 geht hervor, dass Gina H. Matthias R. als aggressiv beschrieb – gegenüber Fabian wie auch ihr gegenüber. Matthias R. räumt bei seiner Befragung eine körperliche Auseinandersetzung mit Gina H. ein, berichtet t-online. Wer hinter dem Tod seines Sohnes stecke, könne er sich nicht erklären. Besonders belastet ihn, dass er vom Tod Fabians aus den Medien erfahren habe.

Update vom 30. April, 15:15 Uhr: Fabians Vater Matthias R. beschreibt seinen Sohn bei der Befragung laut t-online als aufgeschlossen und lebensfroh. Er schätzte ein, dass Fabian zwar keine generellen Berührungsängste hatte, mit völlig Fremden aber wohl eher nicht mitgegangen wäre.

Die Zeit mit der Angeklagten Gina H. bewertete er positiv – Fabian habe sich in Reimershagen wohlgefühlt und dort auch Pferde geritten. Da Matthias R. nach eigenen Angaben viel unterwegs war, konnte er viele Fragen nicht eindeutig beantworten.

Update vom 30. April, 14:30 Uhr: Fabians Vater Matthias R. ist nun im Gerichtssaal eingetroffen. Er war vier Jahre lang mit der Angeklagten Gina H. liiert. Auch ihm gegenüber brachte der Richter sein Beileid zum Ausdruck. Zu Beginn seiner Befragung soll Matthias R. schildern, wie seine Beziehung zu Fabians Mutter Dorina L. entstanden ist – jene Verbindung, aus der schließlich Fabian hervorging.

Update vom 30. April, 13:53 Uhr: Am zweiten Prozesstag im Mordfall Fabian aus Güstrow wurde die Befragung von Fabians Mutter Dorina L. gegen 13:37 Uhr beendet, berichtet t-online. Ab 14:15 Uhr soll Fabians Vater Matthias R. aussagen.

Zuvor spielte das Gericht eine Sprachnachricht ab, die Gina H. während der Vermisstensuche an eine Bekannte geschickt hatte. Darin machte sie die Familienverhältnisse des Jungen schlecht – und verwendete dabei auffällig die Vergangenheitsform, als sie über Fabian sprach. Darüber hinaus wurden Chatnachrichten präsentiert, die Matthias R. im September an Dorina L. geschrieben hatte und in denen er die Angeklagte schwer belastete.

Update vom 30. April, 12:54 Uhr: Fabians Mutter Dorina L. schildert laut t-online vor Gericht den Moment, in dem sie vom Fund einer Kinderleiche erfuhr. Am 14. Oktober sei sie von einer Polizistin betreut worden, die ihr nach einem Funkspruch mitteilte, dass die gefundene Leiche höchstwahrscheinlich Fabian sei.

Am Wochenende vor seinem Tod soll Fabian noch Kontakt zu seinem Vater Matthias R. gehabt haben, ohne dass es Streit gegeben habe. Matthias R. beteiligte sich auch an der Suche nach dem vermissten Jungen. Zum aktuellen Verhältnis zwischen ihr und Fabians Vater gab Dorina L. an, keinen Kontakt mehr zu suchen – sein Verhalten nach dem Tod des Jungen habe sie befremdet. Gegen 12:47 Uhr beendete der Richter seine Befragung – es folgte eine kurze Pause.

Vermisstenanzeige sorgt bei Prozess für Aufregung

Update vom 30. April, 11:54 Uhr: Im Gerichtssaal sorgt die Vermisstenanzeige für Aufsehen, wie t-online berichtet: Als möglicher Grund für Fabians Verschwinden ist darin „Abenteuerlust“ vermerkt – ein Eintrag, den Dorina L. entschieden bestreitet. Sie schildert, wie die Suche nach ihrem Sohn in jener Nacht immer aufwendiger geworden sei und sich alle vermeintlichen Sichtungshinweise als falsch herausgestellt hätten.

Zuvor hatte sie den Ablauf von Fabians Todestag rekonstruiert: Als sie am Nachmittag nach Hause gekommen sei, habe sie sofort gemerkt, dass etwas nicht stimme. Ihr Sohn sei nicht da gewesen, sein Handy habe auf der Couch gelegen. Gegen kurz vor 20 Uhr habe sie Vermisstenanzeige erstattet.

Auch den Morgen des 10. Oktober beschrieb sie: Fabian habe sich unwohl gefühlt, sei zu Hause geblieben. L. habe ihn gebeten, die Wohnung nicht zu verlassen. Sie habe sich von ihm verabschiedet – und sei zur Arbeit gegangen.

Update vom 30. April, 11:18 Uhr: Fabians Mutter Dorina L. berichtet, dass ihr Sohn in der Schule gelegentlich gemobbt worden sei. Fabian habe dennoch einen festen Freundeskreis gehabt.

Laut Anklage soll mutmaßlich Gina H. den Jungen am Tattag allein in der Wohnung angetroffen haben – Fabian war krank zu Hause geblieben, während seine Mutter arbeitete. Zudem schilderte Dorina L., dass Fabian am Tag vor seinem Verschwinden trotz Unwohlseins noch Freunde getroffen habe und abends pünktlich nach Hause gekommen sei. Gina H. oder seinen Vater habe er an diesem Tag nicht gesehen.

Noch heute soll auch Fabians Vater zu Wort kommen. Gina H.‘s Anwalt verspricht schon jetzt eine Aussage, die alles verändern könnte.

Update vom 30. April, 10:39 Uhr: Dorina L. schildert die Hintergründe des Kontaktabbruchs zwischen Fabian und seinem Vater. Im Frühjahr 2024 habe der Junge plötzlich nicht mehr zu seinem Vater gewollt – zunächst deutete die Mutter dies als normale Kindsphase, berichtet Focus. Erst später habe sie den wahren Grund erfahren: Fabian soll offenbar eine körperliche Auseinandersetzung zwischen seinem Vater und der Angeklagten Gina H. mitbekommen haben. Daraufhin habe Dorina L. ihre Arbeitszeiten geändert und den Jungen zu sich geholt.

Auf Nachfrage des Richters beschrieb die Mutter den Charakter ihres Sohnes als liebevoll, zuverlässig und hilfsbereit. Sie berichtete auch von zeitweiligen Schwierigkeiten in der Schule, die Fabian jedoch mit Unterstützung gut bewältigt habe.

Zweiter Prozesstag im Mordfall Fabian

Update vom 30. April, 10:19 Uhr: Fabians Mutter Dorina L. bricht während ihrer Aussage in Tränen aus, berichtet t-online. Der Richter bietet ihr eine Pause an – sie möchte jedoch weitermachen und wird anschließend nach den Charaktereigenschaften ihres Sohnes befragt.

Dorina L. schildert, wie sich Fabians Verhältnis zu seinem Vater Matthias R. und zu Gina H. mit der Zeit veränderte. Zunächst habe Fabian ein gutes Verhältnis zu Gina H. gehabt. Ab etwa Mai 2024 habe er jedoch zunehmend den Wunsch geäußert, nicht mehr zu seinem Vater zu gehen. Es kam zum Kontaktabbruch. Dorina L. beschreibt Gina H. als aufgeschlossen und direkt, nennt sie im gesamten Verlauf ihrer Aussage jedoch nie beim Vornamen.

Update vom 30. April, 9:54 Uhr: Mit leiser Stimme schildert Dorina L. ihre frühere Beziehung zu Fabians Vater, Matthias R. Die beiden hätten sich Ende 2015 auf einer Party kennengelernt. „Ich habe die Beziehung beendet, weil ich mich absolut nicht mehr wohl gefühlt habe.“ Die Trennung erfolgte Ende 2018 – Fabian war damals knapp zwei Jahre alt.

Update vom 30. April, 9:45 Uhr: Fabians Mutter, Dorina L., beginnt mit ihrer Aussage. An ihrer Seite ist verschiedenen Medien zufolge ein Notfallseelsorger. Die ersten Fragen an die Nebenklägerin zielen auf ihre Beziehung zu Fabians Vater. Sie und Matthias R. kannten sich demnach seit 2015.

Update vom 30. April, 9:35 Uhr: Im Rostocker Landesgericht beginnt der zweite Prozesstag im Mordfall Fabian. Die Angeklagte ist bereits im Saal, genauso wie die Mutter des getöteten Kindes, die als Nebenklägerin auftritt. In Kürze wird ihre Aussage erwartet. Der Saal ist komplett besetzt, berichtet der Focus.

Zweiter Prozesstag könnte brisant werden

Update vom 30. April, 5:50 Uhr: Am Landgericht Rostock wird der Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow an diesem Donnerstag fortgeführt. Ab 9:30 Uhr sind die ersten Zeugenaussagen vorgesehen. Zunächst soll am Vormittag die Mutter des im vergangenen Oktober getöteten Jungen vernommen werden, am Nachmittag folgt der Vater. Insgesamt sind 17 Verhandlungstage angesetzt – es handelt sich um den zweiten Prozesstag.

Auftakt Mordprozess im Fall Fabian Gina H
Die Angeklagte Gina H. und ihre Anwälte warten im Saal des Landgerichts auf den Beginn des Mordprozesses im Fall Fabian. Der Angeklagten wird vorgeworfen Fabian aus Güstrow heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. © Bernd Wüstneck/dpa

Update vom 28. April, 15:23 Uhr: Warum musste Fabian sterben? Die Antwort liegt für die ermittelnde Staatsanwaltschaft auch in einer Chatnachricht. Sie stammt von Fabians Vater und ging an die Angeklagte Gina H. Darin blockte er eine weitere Beziehung mit ihr ab. Sie soll daraufhin „erbost“ gewesen sein. Wenige Wochen zuvor sprachen wir mit Staatsanwalt Harlad Nowack, der einen solch kraftvollen Beweis als Indiz ankündigte. Die Anklageschrift im Wortlaut lesen Sie hier.

Update vom 28. April, 12.35 Uhr: Der Rostocker Oberstaatsanwalt Harald Nowack war nicht überrascht, dass der erste Prozesstag nach rund 20 Minuten schon wieder beendet war. Dies habe von der Angeklagten abgehangen – sie habe jedoch keine Erklärung abgeben wollen, sagte er der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media kurz nach dem Ende der Verhandlung. Der Verlauf sei insgesamt ruhig und geordnet gewesen. Nowacks Kollege hatte die Anklageschrift am Dienstagmorgen vor dem Landgericht Rostock verlesen.

Nowack wies allerdings auf ein spannendes Detail zu Beginn der Verhandlung hin. Der vorsitzende Richter hatte zu Beginn der Sitzung Zeugen und Zeuginnen aufgefordert, den Saal zu verlassen. Daraufhin verließ eine Freundin der Mutter den Raum – jene Freundin, die in den sozialen Medien in den vergangenen Monaten präsent gewesen war. Nowack wies darauf hin, dass dies keinerlei Zwang gewesen wäre, den Raum zu verlassen, eine derartige Präsenz allerdings Einfluss auf die Bewertung der eigenen Aussage hätte. Die Zeugin soll im Laufe der Prozesstage noch vernommen werden. Sie gilt als enge Vertraute der Mutter.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft habe die Angeklagte gehofft, durch die Tötung des Kindes eine erneute Chance auf eine Beziehung mit dem Vater des kleinen Fabian zu bekommen. Bei der Tat habe es sich nach Ansicht der Staatsanwaltschaft weniger um Rache gehandelt.

Update vom 28. April, 11:25 Uhr: Die stellvertretende Sprecherin des Rostocker Landgerichts, Anne Kruse, schilderte bei fr.de von Ippen.Media kurz nach der Anklageerhebung ein paar Eindrücke aus dem Gerichtssaal. Die Angeklagte Gina H. sei zurückhaltend aufgetreten, habe von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht und sich zu Beginn hinter einer Mappe versteckt. Sie habe sehr leise gesprochen, als sie ganz kurz ihre Personalien angegeben habe.

Wie ging es Fabians Mutter auf der anderen Seite? Dem NDR zufolge wirkte die Frau, die als Nebenklägerin am Prozess beteiligt ist, gefasst – zumindest äußerlich. Der Verlauf sei insgesamt ruhig und geordnet gewesen, sagte auch Oberstaatsanwalt Harald Nowack, dessen Kollege die Anklage verlas.

Update vom 28. April, 11:10 Uhr: Gina H. äußerte sich am ersten Prozesstag nicht und wird das laut ihrem Anwalt auch nicht tun. Aus der Anklage gehen jedoch Details zum möglichen Tatmotiv hervor. Die im Fall des getöteten Fabian aus Güstrow beschuldigte 30-Jährige hat den Jungen nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Rostock in der Hoffnung ermordet, eine zuvor bestehende Beziehung mit dem Vater des Jungen wiederherstellen zu können. Sie habe bedenkenlos das Leben des achtjährigen Kindes zerstört in der vagen Hoffnung, die Beziehung zu reparieren, hieß es in der zum Prozessauftakt vorgelesenen Anklage.

Demnach war die Frau bis August 2025 etwa vier Jahre lang in einer Beziehung mit Fabians Vater. Zu Beginn habe Fabian seinen Vater, der getrennt von Fabians leiblicher Mutter lebt, noch regelmäßig aufgesucht, auch um mit dem etwas jüngeren Sohn der nun Beschuldigten zu spielen. Dann habe Fabian aber eine körperliche Auseinandersetzung zwischen der Beschuldigten und dem Vater mitbekommen. Infolgedessen sei der Kontakt abgebrochen. Erst nach der Trennung von der Frau wollte sich Fabian demnach wieder regelmäßig bei seinem Vater aufhalten und tat dies auch.

Versuche der Angeklagten, die Beziehung zu Fabians Vater wiederherzustellen, lehnte dieser laut Anklage auch deshalb ab, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht wieder gefährden wollte. Dies habe er der Beschuldigten zuletzt auch am 9. Oktober in einer Chat-Nachricht mitgeteilt. Über die endgültige Trennung erbost, habe die Frau am 10. Oktober 2025 in der Nähe eines Tümpels unvermittelt mindestens sechsmal auf Brust und Oberkörper des Jungen eingestochen. Zwei Stiche seien direkt ins Herz gegangen. Später habe sie die Leiche angezündet, in der Angst, sie könne entdeckt werden.

Erster Prozesstag nach kurzer Zeit beendet

Update vom 28. April, 10:15 Uhr: Der erste Prozesstag im Mordfall Fabian war schon nach rund 20 Minuten mit der Verlesung der Anklage beendet. Seitens des Anwalts der angeklagten Gina H. hieß es nur, dass man „keine Angaben zur Sache machen“ werde. Zum Motiv des, laut Anklage, heimtückischen Mordes gab es indes neue Informationen, wie verschiedene Medien übereinstimmend von vor Ort berichten. Demnach habe es Streit zwischen der Tatverdächtigen und Fabians Vater gegeben. Diesen habe Gina H. ausräumen wollen.

Update vom 28. April, 10 Uhr: Der Fall des getöteten Fabian landet endlich vor Gericht. Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und bei großem Öffentlichkeitsinteresse hat rund sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des Achtjährigen aus Güstrow der Prozess gegen die 30 Jahre alte Tatverdächtige begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Am ersten Prozesstag wurde zunächst die Anklage verlesen. Die Angeklagte selbst äußerte sich nicht und wird sich, Angaben ihres Strafverteidigers zufolge, nicht zu Wort melden, berichtet der Nordkurier.

Update vom 28. April, 9:05 Uhr: Der Rostocker Oberstaatsanwalt Harald Nowack, der die Ermittlungen leitete, erklärt uns vorab, dass seit Anklageerhebung keine neuen Details oder Erkenntnisse hinzugekommen seien. Es habe auch keine weiteren neuen Meldungen zum Fall gegeben. Nowack will nicht viel verraten und ist selbst gespannt, ob sich die Angeklagte äußern wird. Zum Motiv werde heute im Gericht etwas Neues gesagt werden. Für die Ermittler bestehe der hinreichende Tatverdacht gegen sie.

Landesgericht gibt Zeitplan und erste Prognose

Update vom 28. April, 5.32 Uhr: Das erwartete Medienaufkommen am Landgericht Rostock ist so gewaltig, dass heute mit Straßensperren operiert wird, erfährt Ippen.Media aus dem Gericht. Mutter und Vater von Fabian werden noch diese Woche vernommen. Man geht nicht davon aus, dass sich die Angeklagte zu den Vorwürfen äußern wird. Man geht außerdem davon aus, dass der Prozess deutlich länger als die angesetzten 17 Tage dauern wird, da 63 Zeugen vernommen werden sollen.

Tatverdächtige im Fall Fabian festgenommen Güstrow Rostock
Am 28. April beginnt der Mordprozess um den getöteten Fabian aus Güstrow – in einem Ex-Stasi-Gebäude, das für fast 100.000 Euro umgebaut wurde. © Philip Dulian/dpa

Update vom 28. April, 5:10 Uhr: Mit der Verlesung der Anklage beginnt am Dienstag vor dem Landgericht Rostock der Mordprozess gegen die 30-jährige Angeklagte. Laut Staatsanwaltschaft soll sie den achtjährigen Fabian aus Güstrow am 10. Oktober 2025 an einem Teich im mecklenburgischen Klein Upahl – rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt – mit sechs Messerstichen umgebracht haben. Die Angeklagte ist wegen „des Verdachts des heimtückischen Mordes und aus sonst niedrigen Beweggründen“ angeklagt. Zur Tat hat sie bisher geschwiegen, ob sie sich im Prozess äußern wird, ist offen.

Das Verfahren vor der Schwurgerichtskammer ist auf 17 Verhandlungstage angelegt, die bis zum 2. Juli terminiert sind. Mehr als 60 Zeugen sollen gehört, Gutachten ausgewertet und zahlreiche Indizien geprüft werden. Am ersten Verhandlungstag selbst werden noch keine Zeugen vernommen. Möglicherweise geben die beiden Verteidiger der Angeklagten jedoch ein Eingangsstatement ab. Die 30-Jährige – zur Tatzeit war sie 29 – sitzt seit dem 7. November 2025 in Untersuchungshaft. Die Mutter des getöteten Kindes nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil.

Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm: Im Saal 2.002 des Landgerichts sind allein 50 Sitzplätze für Medienvertreter reserviert.

Ehemaliges Stasi-Hauptquartier für fast 100.000 Euro umgebaut

Update vom 28. April, 5:13 Uhr: Ein Achtjähriger. Sechs Messerstiche. Eine verbrannte Leiche im Wald. Was im Oktober 2025 in der kleinen Stadt Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern geschah, hat Deutschland erschüttert. Am Dienstag (28. April) beginnt am Landgericht Rostock der Mordprozess um den Tod des kleinen Fabian.

Der Ort, an dem die Wahrheit ans Licht kommen soll, trägt selbst eine schwere Vergangenheit: Das denkmalgeschützte Gebäude in der August-Bebel-Straße in Rostock war vor der Wende das örtliche Hauptquartier der Stasi. Der große Saal, in dem nun verhandelt wird, diente einst als Vorführraum mit Bühne und Vorhängen. „Dieser große Saal war schon immer ein großer Saal. Früher gab es hier tatsächlich eine Bühne, Vorhänge und so eine Art Vorführraum war das“, erklärte Anne Kruse, Richterin am Landgericht Rostock und stellvertretende Pressesprecherin des Landgerichts, laut Nordkurier.

Mordprozess Fabian: Gerichtssaal wurde für fast 100.000 Euro umgebaut

Für den Prozess wurde der Saal grundlegend aufgerüstet – für insgesamt rund 99.600 Euro. Zwei neue Laser-Beamer, zwei Bildschirme und eine neue Mediensteuerungsanlage wurden installiert. Hintergrund ist die laufende Umstellung auf die elektronische Akte in Mecklenburg-Vorpommern.

„Es wurden zwei neue Laser-Beamer installiert, damit man etwas sehen kann, wenn zum Beispiel Bilder vorgezeigt werden. Es wurden zwei Bildschirme angeschafft, damit die Öffentlichkeit auch informiert ist, was in Augenschein genommen wird“, so Kruse. Das Justizministerium habe die Erneuerung extra beschleunigt, damit der Prozess in diesem Saal stattfinden kann.

Auch die Sitzkapazität wurde erweitert: 50 Presseplätze und 106 Stühle für die Öffentlichkeit stehen bereit. „Wir haben die Stuhlreihen hier im Großen Saal aufgestockt, weil wir ein großes öffentliches Interesse erwarten“, sagte Kruse. Anfragen kämen sogar von Menschen, die wissen wollen, ob sie Sitzplätze reservieren können. Es gebe ein „deutschlandweites Interesse“ an dem Fall. Auch Fabians Mutter meldete sich immer wieder zur Tat.

Vorwurf des Mordes: Ex-Freundin des Vaters soll Fabian getötet haben

Angeklagt ist Gina H. (30), eine Bekannte des Jungen und Ex-Freundin des Vaters. Sie soll Fabian am 10. Oktober 2025 unter einem Vorwand aus seiner Wohnung gelockt haben. Der Junge war wegen Unwohlseins zu Hause geblieben, während seine Mutter arbeitete. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian „heimtückisch und aus sonst niedrigen Beweggründen“ getötet zu haben – mit mindestens sechs Messerstichen, zwischen 11 Uhr und 15 Uhr. Danach soll sie die Leiche mit Brandbeschleuniger in einem Wald nahe Klein Upahl angezündet haben. Die Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden. Für die Angeklagte gilt die Unschuldsvermutung.

Güstrow war nach der Tat wie gelähmt. Bürgermeister Sascha Zimmermann beschrieb damals eine Art Schockstarre: „Weil man nicht begreifen kann, warum so etwas passiert. Warum jemand einem Kind so etwas antut und ein Kind tötet.“ Der Prozessauftakt ist am 28. April um 9.30 Uhr. Insgesamt sind 17 Verhandlungstage bis Anfang Juli angesetzt, wie Kruse gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media erklärte.

Da mit einem gewaltigen Medienaufkommen und Menschenandrang gerechnet wird, werde man vor dem Gericht mit Straßensperren operieren, so die stellvertretende Pressesprecherin des Landesgerichts Rostock. Bislang wird nicht damit gerechnet, dass sich die Angeklagte zu den Vorwürfen äußert. Vielmehr könne der Prozess deutlich länger als die angesetzten 17 Tage dauern, da 63 Zeugen vernommen werden sollen. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht lebenslange Freiheitsstrafe. (Quellen: Deutsche Presse-Agentur, Nordkurier) (rd)

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