Fall Fabian: Das Gericht hat eine Entscheidung getroffen – und sie wird Ihnen ganz sicher nicht gefallen.
Sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow startet an diesem Dienstag (09.30 Uhr) am Landgericht in Rostock der Prozess gegen eine tatverdächtige Frau. Der 30-jährigen Beschuldigten aus einem Dorf bei Güstrow wird „Mord aus niedrigen Beweggründen“ zur Last gelegt. Sie soll eine Freundin des Vaters von Fabian gewesen sein, dessen Eltern sich schon früher getrennt hatten. Die Staatsanwaltschaft wirft der Beschuldigten vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 in Güstrow von der Wohnung der Mutter mit dem Auto abgeholt zu haben, um ihn zu töten.
Das Wichtigste zum Prozessauftakt und dem Abschluss der Ermittlungen im Mordfall Fabian sehen Sie oben im Video.
17 Prozesstage, 60 Zeugen: Komplexer Indizienprozess
Die Angeklagte wurde Ende 2025 als Tatverdächtige ermittelt und sitzt seither in Untersuchungshaft. Für den Prozess vor der Schwurgerichtskammer sind insgesamt 17 Verhandlungstage geplant, Prozessbeteiligte rechnen mit einem komplizierten Indizienprozess. Insgesamt sind etwa 60 Zeugen geladen, dazu kommen mehrere Experten, darunter Rechtsmediziner und ein Brandsachverständiger. Am ersten Verhandlungstag sind nach Informationen des Nordkurier noch keine Zeugen geladen. Die Kammer will zunächst die Anklage hören und wird die Angeklagte und ihren Verteidiger fragen, ob sie sich zu den Vorwürfen äußern wollen.
Bisher soll die 30-Jährige zu den Vorwürfen geschwiegen haben. Ihr Anwalt hatte nur erklärt, dass seine Mandantin von dem Vorwurf „überrascht gewesen sei.“ Die Mutter des getöteten Jungen wird von einer Nebenklageanwältin vertreten.
Laut Staatsanwaltschaft Rostock soll die Beschuldigte den Achtjährigen am Morgen des 10. Oktober unter einem Vorwand von dessen Wohnung in Güstrow abgeholt haben. Dann sei sie mit dem Jungen im Wagen zu einem Feld in der Nähe von Klein Upahl gefahren. An einem kleinen Wasserloch, einem Soll auf einem Feld, soll die Angeklagte dem Jungen unerwartet sechs Messerstiche versetzt haben. Um den heimtückischen Mord zu verdecken, habe sie den Leichnam mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.
Vier Tage später wurde die nicht vollständig verbrannte Leiche des Jungen an dem kleinen Wasserteich gefunden. Nach Informationen des Nordkurier soll die Beschuldigte angegeben haben, die Leiche bei einem Spaziergang mit einer Freundin zufällig entdeckt und gemeldet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau deswegen nicht gleich in Verdacht, später aber doch festgenommen. Sie soll sich durch widersprüchliche Aussagen bei der Polizei damals verdächtig gemacht haben, hieß es.
Festnahme in Reimershagen nach verdichteten Ermittlungen
Die Fundstelle liegt rund 15 Kilometer von Güstrow und nur wenige Kilometer von Reimershagen, wo die Verdächtige lebt, entfernt. Die Tatverdächtige wurde Anfang November, nachdem sich die Ermittlungsergebnisse verdichtet hatten, in Reimershagen verhaftet. Mehrere Versuche des Anwaltes, die Tatverdächtige gegen Meldeauflagen aus der U-Haft wieder freizubekommen, wurden von Richtern danach abgelehnt.
Die bundesweite Anteilnahme an dem Tod des Jungen war sehr groß. An Trauergottesdiensten beteiligten sich viele Menschen, stellten Kerzen auf und legten Plüschtiere und Erinnerungsstücke nieder. Auch in der ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY…ungelöst“ war um Hinweise von Zeugen gebeten worden. Mit einem Urteil wird bisher am 2. Juli gerechnet.





