Mordfall Fabian: Das Ergebnis ist eindeutig – sie ist die Täterin.

Die Verteidigung hatte eine Chance gewittert – doch das Ergebnis der kriminaltechnischen Analyse des Messers ist eindeutig. Der Mordprozess im Fall Fabian geht weiter.

Rostock – Nun herrscht Klarheit. Das Messer, das Monate nach dem Tod des achtjährigen Fabian in Güstrow auftauchte, hat nichts mit dem Verbrechen zu tun. Das Landeskriminalamt fand nach einer kriminaltechnischen Analyse keinerlei verwertbare Spuren – weder Hinweise auf das getötete Kind noch auf die Angeklagte Gina H. Das erfuhr FR.de von Ippen.Media aus Prozesskreisen. Zuerst berichtete t-online. Damit ist eine Spur, die im Prozess vor dem Landgericht Rostock kurzzeitig für Aufsehen gesorgt hatte, endgültig ausgeschlossen.

Fortsetzung im Mordprozess
Auch der fünfte Verhandlungstag wurden von hohen Sicherheitsvorkehrungen begleitet. © Bernd Wüstneck/dpa

Das Messer war zudem nicht bereits im Dezember vergangenen Jahres in einem Mülleimer auf einem öffentlichen Güstrower Parkplatz gefunden worden, sondern erst im März, wie uns bestätigt wurde. Daran scheinen sich aber weder Spuren des getöteten Kindes noch der Angeklagten Gina H. befunden zu haben.

Messer-Fund im Dezember – doch offenbar keine relevanten Spuren

Die Untersuchung des aufgefundenen Messers hatte Thomas Löcker, Wahlverteidiger der Angeklagten, im Laufe des Ende April begonnenen Prozesses angeregt. Dass die Polizei es zunächst unbeachtet ließ, sorgte im Gerichtssaal für einen Streit. Verteidiger Thomas Löcker warf den Ermittlungsbehörden mangelnde Sorgfalt vor. Auf der anderen Seite zeigte sich Christine Habetha, Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., wenig beeindruckt. Der Fund sei „nicht einmal eine Nebelkerze, sondern ein Nebelteelicht“, kommentierte sie trocken.

Fabian starb am 10. Oktober 2024 an mindestens sechs Stichverletzungen. Anschließend wurde sein Körper in Brand gesetzt – mutmaßlich, um Beweise zu vernichten. Das eigentliche Tatmesser blieb verschollen. Angeklagt ist Gina H., die Lebensgefährtin von Fabians Vater. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, den Jungen gezielt getötet zu haben – um ihre Beziehung zu retten, die Fabians Vater zuvor für beendet erklärt hatte.

Nächste Prozesstage mit Spannung erwartet

Am fünften Verhandlungstag des Mordprozesses hatte Fabians Oma ausgesagt – die Mutter des Vaters. Ihre Äußerungen hinterließen Richter Schütt fassungslos. Für den heutigen 27. Mai, dem sechsten Verhandlungstag, sind ab 9.30 Uhr gleich mehrere Zeugen geladen. Von ihnen erhoffen sich die Ermittelnden, wo das auffällige Pickup-Fahrzeug der angeklagten 30-jährigen Frau am 10. Oktober 2025 – dem mutmaßlichen Tattag – noch gesehen wurde und welche Beobachtungen es rund um den Fundort der Leiche gab.

Am Donnerstag, dem 28. Mai, stehen ein Textilgutachten im Fokus, dazu die Auswertung von Funk- und Verbindungsdaten durch einen Polizeibeamten sowie ein Gutachten der Dekra zu den digitalen Aufzeichnungen des Ford Rangers der Angeklagten. Außerdem soll ein Sachverständiger die Blutspuren am Tatort analysieren. Der Verhandlungstag könnte neue Erkenntnisse über den genauen Tatablauf bringen.

Spurenlage, werden pö a peu eingeführt, überrashendes

Für die Angeklagte gilt bis zu einer möglichen Verurteilung die Unschuldsvermutung. Gina H. schweigt vor Gericht, hatte jedoch vor ihrer Festnahme abgestritten, etwas mit der Tat zu tun zu haben. Mittlerweile ist sie wieder mit Fabians Vater liiert. (Quellen: t-online, Landgericht Rostock, eigene Recherche) (mke)

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