Telefonat belastet Gina H. im Mordprozess Fabian schwer: „Nicht, dass ich den noch im Auto hab“
Es geht um Grillanzünder und ihr Auto. Im Prozess um den getöteten Fabian (8) aus Güstrow belasten abgehörte Telefonate die Angeklagte Gina H. schwer.
Upahl – Mit sechs Messerstichen ist der achtjährige Fabian aus Güstrow im Oktober vergangenen Jahres getötet worden. Die Spuren sollten mit Feuer verwischt werden.

Laut dpa handelte es sich bei der Tatwaffe vermutlich um ein einschneidiges Messer mit einer Klingenlänge von 10 bis 15 Zentimetern und einer Breite von rund zwei Zentimetern. Die Obduktion fand am 15. Oktober 2025 statt – einen Tag nach dem Fund der Leiche. Die schweren Brandverletzungen hätten die Untersuchung erheblich erschwert, betonte der Mediziner. Denn der Leichnam war nach dem Tod angezündet worden – an einem abgelegenen Tümpel bei Klein Upahl im Landkreis Rostock, umgeben von Acker und Sträuchern, von außen kaum einsehbar. Eine Spaziergängerin fotografierte das Feuer. Laut Anklage soll die 30-jährige Gina H. die Leiche mit flüssigem Grillanzünder übergossen und in Brand gesetzt haben, um Spuren zu verwischen.
Fall Fabian: Leiche soll angezündet worden sein – Brandbeschleuniger bei Angeklagter sichergestellt
Ein Brandsachverständiger erklärte vor Gericht, am Fundort selbst habe er keine Brandbeschleuniger-Rückstände gefunden – das sei aber nicht ungewöhnlich, da sich solche Substanzen je nach Menge, Witterung und Zeit verflüchtigten. Dafür lieferten forensische Analysen eines Textilärmelbündchens vom Leichnam sowie Bodenproben vom Fundort einen entscheidenden Hinweis: geringe Mengen Petroleumsubstanzen, wie sie in flüssigen Grillanzündern vorkommen.
Laut dem Live-Ticker der Ostseewelle aus dem Gerichtssaal seien die Rückstände teilweise dem Brandbeschleuniger der Marke „Ja“ zuzuordnen. Diese wiesen laut einem weiteren Sachverständigen Ähnlichkeiten mit einem Grillanzünder auf, der bei der Angeklagten im Carport sichergestellt worden war – laut Landeskriminalamt fehlen darin rund 500 bis 600 Milliliter
Angeklagte im Mordprozess Fabian sprach am Telefon von Brandbeschleuniger
„600 Milliliter Grillanzünder würden reichen, um diesen Effekt zu erzielen“, habe ein Brandermittler vor Gericht erklärt, so Bild. Am 17. Oktober 2025 habe die Angeklagte außerdem mit ihrem Nachbarn Olaf K. telefoniert, was von der Polizei mitgeschnitten worden sei: „Ich bin diejenige, die am Arsch ist, weil sie mir irgendeinen Scheiß anhängen wollen. Weil sie von ihm irgendwas im Auto gefunden haben … Dann fängt’s an mit der Brandbeschleunigerflasche, die ich irgendwo mal im Auto liegen hatte. Ich weiß nicht, ob die noch da liegt, ich hoffe nicht.“ In einem anderen Telefonat habe sie später gesagt: „Scheiße, nicht, dass ich den Brandbeschleuniger noch im Auto hab. Ich bete dafür, dass der nicht im Auto ist.“ Die Staatsanwaltschaft sieht ein perfides Motiv der Angeklagten.
Staatsanwalt erklärt: „Kein Zufall“
Staatsanwalt Oliver Schley hält das nicht für einen Zufall, erklärt er in der Bild: „Als der breiten Öffentlichkeit noch nicht bekannt war, dass der Leichnam verbrannt war, ging es in den Gesprächen der Angeklagten um Grillanzünder“, so Schley. Verteidiger Andreas Ohm soll entgegnet haben: „Auch wenn das mit dem Brand möglicherweise nicht bekannt war: Zumindest war es der Angeklagten bekannt. Sie hat Fabian gefunden.“
Gina H. und Fabians Vater waren bis August 2025 rund vier Jahre lang ein Paar. Nach der Trennung sind sie inzwischen wieder zusammen. Der Vater glaubt an die Unschuld der Angeklagten. Der Prozess wird am 9. Juni fortgesetzt – dann soll ein Bekannter der Angeklagten über ihre Beziehung zu Fabian und dessen Vater aussagen. (Quellen: dpa, Bild, Ostseewelle) (jh)
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