Fall Fabian (8): Telefon abgehört: Gina H. redete über Grillanzünder
Im Fall Fabian (8) belastet ein abgehörtes Telefonat Gina H. (30) schwer. Vor ihrer Festnahme sprach die Angeklagte über einen Grillanzünder.
Darum gehts
- Ein abgehörtes Telefonat belastet die Angeklagte im Fall Fabian schwer.
- Vor ihrer Festnahme äusserte sie in zwei Gesprächen die Sorge, ein Grillanzünder könnte in ihrem Auto gefunden werden.
- Bei Gina H. wurde eine JA!-Grillanzünderflasche sichergestellt – mehr als die Hälfte der Flüssigkeit fehlte.
Am Dienstag werden die Verhandlungen im Fall Fabian fortgesetzt. Am achten und neunten Verhandlungstag wurden letzte Woche die Ereignisse rund um das Auffinden des Jungen beleuchtet. Der Bub, dessen Leiche insgesamt sechs Stichverletzungen aufgewiesen habe, sei verblutet. Die Stichverletzungen seien alle von vorn zugefügt worden und hätten zentral die Herzregion getroffen.
An Händen und Armen von Fabian fand der Gerichtsmediziner schwere Brandspuren, wodurch allfällige Spuren einer Abwehr nicht mehr erkennbar gewesen seien. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, Fabian, dessen Leichnam am 14. Oktober bei einem Tümpel in der Nähe von Klein Upahl bei Güstrow entdeckt worden war, getötet und später seinen Leichnam verbrannt zu haben.

Fabians Leiche soll mit Grillanzündern einer bestimmten Marke in Brand gesetzt worden sein. Eine solche JA!-Grillanzünderflasche wurde auch bei der Angeklagten gefunden – mehr als die Hälfte der Flüssigkeit fehlte. «600 Milliliter Grillanzünder würden reichen, um diesen Effekt zu erzielen», erklärte ein Brandermittler (67) vor Gericht.
Gina H. machte sich vor ihrer Festnahme Sorgen über den möglichen Fund dieses Grillanzünders, wie in einem abgehörten Telefonat klar wird. «Ich bin diejenige, die am Arsch ist, weil sie mir irgendeinen Scheiss anhängen wollen», sagte die Angeklagte in einem von der Polizei mitgeschnittenen Gespräch zu ihrem Nachbarn. «Weil sie von ihm irgendwas im Auto gefunden haben … Dann fängts an mit der Brandbeschleunigerflasche, die ich irgendwo mal im Auto liegen hatte. Ich weiss nicht, ob die noch da liegt, ich hoffe nicht.»
Später sprach Gina H. den Grillanzünder auch in einem Telefonat an: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst, ich habe nichts getan … Scheisse, nicht, dass ich den Brandbeschleuniger noch im Auto hab. Ich bete dafür, dass der nicht im Auto ist», sagte sie zu einem Bekannten.









