„Trauriger Verdacht im Mordfall Fabian – Verein spricht von Schockmomenten!“

Eine erweiterte Mordkommission arbeitet an der Aufklärung des Mordes an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow. Bei der Vermisstensuche half nach eigenen Angaben auch ein ehrenamtlicher Verein.Eine erweiterte Mordkommission der Kriminalpolizeiinspektion Rostock arbeitet seit dem 15. Oktober an derAufklärung des Mordes an Fabianaus Güstrow. Am 14. Oktober war der Achtjährige tot an einem Tümpel unweit von Klein Upahl von der Ex-Freundin des Vaters gefunden worden. Der Grundschüler wurde seit dem 10. Oktober vermisst und war unter Einsatz eines Großaufgebots von Polizei, Fährtenhunden und einem Hubschrauber gesucht worden.Hinweise zu Internet-Weisheiten erschweren PolizeiarbeitWie viele Beamte derzeit in der Mordkommission im Fall Fabian ermitteln, wollte die Staatsanwaltschaft „aus ermittlungstaktischen Gründen“ genauso wenig sagen wie zu irgendwelchen Ermittlungs-Erkenntnissen. In den sozialen Medien von Facebook über Instagram bis TikTok kursieren die wildesten Gerüchte, Hobbykommissare drehen Videos und stellen ihre eigenen Erkenntnisse ins Netz.

„Ich appelliere an alle, das sein zu lassen, das behindert die Arbeit der Polizei, weil viele sich jetzt auch mit Hinweisen dort melden, die sie nur irgendwo im Netz gelesen haben“, sagt der Neubrandenburger Markus Rahmsdorf. Sein „Verein für Vermisstensuche und Detektivarbeit“ hat sich in den vergangenen Tagen in Güstrow mit dem Fall Fabian beschäftigt. Rahmsdorf betont, dass derzeit niemand öffentlich angeprangert werden sollte – weder Fabians Eltern noch die Ex-Freundin des Vaters, die die Leiche des Jungen fand.Intensive Gespräche mit Eltern und Umfeld von FabianMarkus Rahmsdorf selbst sieht sich und seine Mitstreiter vom Verein – dem einzigen dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern – nicht als Hobbykriminologen. Er und seine Mitstreiter hätten sich am 12. und 13. Oktober an der Suche nach Fabian beteiligt – mit Erlaubnis der Fahndungsstelle Güstrow, wie Rahmsdorf sagt. Die Polizei bestreitet jede Zusammenarbeit mit Rahmsdorf.Rahmsdorf wiederum sagt zur Motivation der Vereinsmitglieder: „Wir wollen vor allem den Angehörigen in solchen Fällen beistehen und helfen – kostenlos und ehrenamtlich. Alle unsere Erkenntnisse teilen wir aber der Polizei mit“, so der gelernte Kinderkrankenpfleger, der als Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene bekannt geworden ist.

„Ich habe Fabians Vater über Facebook angeschrieben und meine Hilfe angeboten.“ Der Vater habe dieses Hilfsangebot angenommen. Daraufhin habe er intensive Gespräche mit den Eltern von Fabian geführt, mit dem Umfeld, Bekannten und einfach auch Passanten in Güstrow. Er habe sich vor den Gesprächen mit den Eltern auch die Einwilligung eingeholt, dass er darüber mit den Medien sprechen werde.Privatermittler überzeugt: Fabian kannte seinen MörderDurch seine Gespräche gelangte Markus Rahmsdorf zu dem Schluss: „Wegen bestimmter Umstände, die ich derzeit nicht öffentlich machen möchte, bin ich davon überzeugt, dass Fabian seinen Mörder gut kannte und ihm vertraute.“ Das sei selbstverständlich sehr traurig, würde aber auch heißen, dass Eltern und Kinder in Güstrow und Umgebung seiner Meinung nach keine Angst haben müssten, dass ein Täter, der sich wahllos neue Opfer suche, in der Region herumlaufe.Die Sorge davor, dass vom Täter oder der Täterin eine akute Gefahr für weitere Kinder ausgeht, taucht in den Online-Netzwerken immer wieder auf – auch, weil die Ermittler so wenig zu dem Fall sagen. Rahmsdorf hält diese Sorge für unbegründet.
„Es gibt meiner Meinung nach keine Parallelen zu anderen Mordfällen in der Region“, so frühere Personenschützer, der gerade eine Ausbildung zum Detektiv macht.„Ich finde, jetzt sollten alle einmal die Polizei in Ruhe ihre Arbeit machen lassen, die sind 24 Stunden am Tag im Einsatz und leisten Großartiges“, sagt der bald vierfache Vater.Durch Fall im Bekanntenkreis zur VermisstensucheWarum er diese ehrenamtliche Ermittlungsarbeit mache? „Ich engagiere mich schon ehrenamtlich, seitdem ich zwölf bin – erst bei der Freiwilligen Feuerwehr, dann beim DLRG und später beim THW. Ich wollte schon immer Menschen helfen, ich habe wohl ein Helfersyndrom.“ Durch seinen Ausstieg aus dem Rechtsextremismus habe sich sein Leben sehr verändert.„Ich wünsche den Angehörigen und Freunden von Fabian viel Kraft in dieser schweren Zeit!“, sagt Markus Rahmsdorf noch.




