Schock-Enthüllung: Profiler enthüllt den wahren Grund – Güstrow in großer Gefahr!
Fall Fabian – warum schweigen die Behörden?”Irgendwann kippt die Stimmung”
Profiler Axel Petermann äußert sich zum Fall des getöteten Fabian aus Güstrow: Der ehemalige Leiter der Bremer Mordkommission erklärt das Schweigen der Staatsanwaltschaft. (Quelle: Imago / Pressedienst Nord, dpa / Bernd Wüstneck, Polizei/t-online)Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hüllen sich die Ermittler in Schweigen. Ein Profiler sieht das kritisch – und erklärt, wieso.Gut 550 Menschen trauerten am Donnerstagabend in der Güstrower Pfarrkirche St. Marien um den kleinen Fabian. Als der Pastor seine Predigt hielt, war laut “Bild”-Zeitung lautes Schluchzen in der Kirche zu hören: “Die ganze Tragik in einem Moment, in einem Augenblick menschlicher Grausamkeit, und dann ist plötzlich ein junges Leben zu Ende. Es löst ein Beben in uns aus und droht uns zu zerreißen”, so der Pastor.Das Verschwinden des achtjährigen Fabian ausGüstrowin Mecklenburg-Vorpommern vor genau drei Wochen (10. Oktober) bewegte Menschen in ganz Deutschland. Tage später wurde seine Leiche in einem Tümpel rund 15 Kilometer entfernt bei Klein Upahl entdeckt. Die Polizei ist sich sicher: Fabian wurde getötet. Sein mutmaßlicher Mörder wurde bislang nicht gefasst – und die Ermittler geben fast keine Informationen heraus. Jetzt spricht der erfahrene Profiler Axel Petermann im Interview mit t-online über die möglichen Gründe des Schweigens.Profiler im Fall Fabian: Aktivere Kommunikation könnte Vorteile habenRegelmäßig fragt t-online bei der zuständigen StaatsanwaltschaftRostocknach dem aktuellen Ermittlungsstand. Gibt es eine heiße Spur? Welche Maßnahmen laufen, um den Täter zu finden? Die Staatsanwaltschaft gibt keine Antworten, seit vielen Tagen schon hüllt man sich in Schweigen. Nur so viel: Eine Festnahme gibt es noch nicht. Die offizielle Begründung:Die laufenden Ermittlungen sollen nicht durch “vorschnelle Medienauskünfte behindert” werden.TAGESANBRUCH: Ihr morgendlicher Newsletter aus der t-online-Chefredaktion. Verschaffen Sie sich täglich einen Überblick über die Themen, die Deutschland bewegen.Jetzt kostenlos abonnierenProfiler Axel Petermann bewertet die Taktik mit gemischten Gefühlen: Im Gespräch mit t-online sagt er: “Als Staatsanwaltschaft etwas zu sagen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann schon sinnvoll sein und zu neuen Hinweisen aus der Bevölkerung führen.” Und er fragt: “Könnte eine offensivere Pressearbeit nicht auch wilde Aktivitäten von Hobbydetektiven oder auch manchen Medien verhindern?”Zur PersonAxel Petermann (*1952) ist zertifizierter Fallanalytiker, Autor und Berater. Er absolvierte eine Ausbildung bei der Polizei in Bremen und arbeitete rund 40 Jahre lang für die Kripo, darunter viele Jahre als Leiter der 1. Mordkommission. Sein neues Buch “Die Psyche des Bösen” erscheint am 12. Februar 2026. Darin widmet sich Petermann drei spektakulären Fällen und blickt in menschliche Abgründe.
Quelle: xmwissmannx via imago (Quelle: Copyright: xmwissmannx via imago)Fall Fabian: Erinnerung von Zeugen könnte verblassenPetermann gibt zu bedenken: Je mehr Zeit vergehe, desto schwieriger werde es, Zeugen zu finden. “Erinnerungen verblassen im Laufe der Zeit.” Mit einem öffentlichen Aufruf an die Bevölkerung hätte man möglicherweise offene Fragen noch klären können. Etwa, wie Fabian von seinem Zuhause zu dem rund 15 Kilometer entfernten Tümpel gelangte, in dem er tot aufgefunden wurde. Ging er freiwillig mit jemandem mit? Verabredete er sich per Handy mit jemandem? Sein Smartphone ließ er zuhause zurück.Das Schweigen der Ermittler kann sich der 73-Jährige auf zwei Arten erklären. Vielleicht haben die Ermittler bereits einen Verdächtigen im Visier – dann wäre es fatal, ihn durch vorschnelle Auskünfte zu warnen. Die andere mögliche Erklärung klingt ernüchternd: “Es gibt keine Erkenntnisse zum Täter und zu seinem Motiv.”Trauerfeier für Fabian: Bürgermeister bricht in Tränen ausZentral sind für den Kriminalisten die Spuren am Fundort des Leichnams. Entweder ziehen sich die Ermittlungen derart lange hin, weil die Spurenlage schlecht ist. Oder: “Die Spuren am Fundort, an der Leiche des Jungen und seiner Bekleidung sind noch keiner bestimmten Person zuzuordnen gewesen. Das könnte dann eher gegen eine Tat aus dem persönlichen Umfeld sprechen”, so der Fallanalytiker im Gespräch mit t-online.
Kerzen, Plüschtiere und handgeschriebene Zettel wurden vor Beginn des Trauergottesdienstes für Fabian am Eingang zur Marienkirche abgelegt. (Quelle: Jens Büttner/dpa)Seit drei Wochen ist die Trauer in der 30.000-Einwohner-Gemeinde Güstrow groß. Beim Trauergottesdienst am Donnerstag sprach Bürgermeister Sascha Zimmermann. Laut “Bild” brach er in Tränen aus, als er die Frage stellte, die derzeit niemand beantworten kann: “Wer macht so etwas? Warum macht man so etwas?”Gefahr für weitere Kinder? Profiler Petermann warntDoch unter die Trauer mischt sich auch Sorge. “Die Menschen dort haben Angst um ihre Kinder und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen”, sagt Profiler Axel Petermann. Der Täter könne aus dem persönlichen Umfeld von Fabian kommen. Er könne aber ebenso gut gut ein Fremder sein. “Dann wäre die Gefahr für die Kinder dort eine viel größere”, so Petermann. “Ich kenne auf Kinder fixierte Täter, die durch das Land ‘cruisen’ und bei latenter Tatbereitschaft auf der Suche nach dem nächsten Opfer sind.”
Polizisten durchkämmen das Areal im weiten Umkreis vom Fundort von Fabians Leichnam (Archivbild). (Quelle: Bernd Wüstneck/dpa)Sollte die Staatsanwaltschaft Informationen haben, die zur Beruhigung der Bevölkerung beitragen könnten, dann sollte sie diese auch herausgeben, meint Petermann.Beträchtlicher Druck auf Beamte im Fall FabianMit der Ungewissheit wächst auch der Druck auf die ermittelnden Beamten. “Du arbeitest rund um die Uhr”, schildert der Profiler, der lange Jahre Leiter der 1. Mordkommission der PolizeiBremenwar. Es gebe während solcher Ermittlungen immer Phasen, in denen man davon ausgehe, auf dem richtigen Weg zu sein. “Doch dann zerplatzen deine Theorien und alles beginnt von vorn.””Irgendwann kippt die Stimmung in der Mordkommission. Es kommt zu Spannungen untereinander – einfach, weil alle körperlich und psychisch erschöpft sind.” Doch Petermann betont: Er sei sich sicher, dass die Ermittler im Fall Fabian “sehr engagiert sind, um das Rätsel um Fabians Verschwinden und seinen Tod zu lösen”.





