Fall Fabian … Die Zeit ist abgelaufen! Ermittler müssen die Verdächtige Gina H. freilassen.
Deutschland – Droht die Freilassung? Ermittler stehen unter massivem Zeitdruck im Fall Fabian
Im Verfahren rund um das tragische Geschehen um den achtjährigen Fabian aus Güstrow läuft den Behörden die Zeit davon. Nach deutschem Recht muss die Staatsanwaltschaft innerhalb von sechs Monaten entscheiden, ob sie eine formelle Anklage einreicht – oder ob die derzeit festgehaltene Verdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt werden muss.
Fabian galt seit dem 10. Oktober als vermisst. Wenige Tage später wurde er in einem abgelegenen Gebiet bei Klein Upahl entdeckt. Seitdem arbeitet ein großes Team aus Ermittlern daran, die Abläufe des Tages zu rekonstruieren und offene Fragen zu klären.

Am 6. November meldete die Staatsanwaltschaft Rostock die Festnahme einer Frau, die zuvor selbst den Fund gemeldet hatte: Gina H., die frühere Lebensgefährtin von Fabians Vater. Sie hatte bis dahin eng mit den Behörden zusammengearbeitet und mehrfach ausgesagt. Nun richtet sich ein schwerwiegender Verdacht gegen sie – doch ein abschließendes Ergebnis steht weiterhin aus.
Die Ermittler prüfen nach eigenen Angaben zahlreiche Spuren. Dazu gehört unter anderem ein angeschmorter Lederhandschuh, der in der Nähe des Fundortes entdeckt wurde. Ob dieses Objekt tatsächlich eine Rolle im Geschehen spielte, ist noch unklar. Laut Pressesprecher Harald Nowack laufe die Auswertung „unter Hochdruck“.
Doch nun zählt jeder Tag:
Nach §121 StPO darf eine Untersuchungshaft ohne formelle Anklage maximal sechs Monate dauern. Nur wenn außergewöhnliche Gründe vorliegen – etwa besonders komplexe Analysen – kann das Oberlandesgericht eine Verlängerung genehmigen.

Das bedeutet: Bis Anfang Mai 2026 müssen die Ergebnisse so weit vorliegen, dass entschieden werden kann, ob ein Gerichtsverfahren eröffnet wird. Sollten die Ermittlungen bis dahin nicht abgeschlossen sein und keine Verlängerung bewilligt werden, müsste die bisherige Haft aufgehoben oder ausgesetzt werden – die Verdächtige käme frei.
Um das zu verhindern, läuft derzeit eine groß angelegte Auswertung: digitale Daten, Spuren aus dem Umfeld sowie Hinweise aus dem persönlichen Umfeld der Beteiligten. Noch ist auch offen, ob der Ort, an dem Fabian gefunden wurde, tatsächlich der ursprüngliche Ort des Geschehens ist oder ob weitere Personen eine Rolle gespielt haben könnten. Gina H. selbst äußert sich weiterhin nicht zu den Vorwürfen.
Für die Angehörigen bedeutet die unklare Lage zusätzliche Belastung. Viele Menschen in Güstrow und darüber hinaus verfolgen den Fall mit großer Anteilnahme – verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Ereignisse vollständig aufklären lassen.
Bis zu einer endgültigen Entscheidung gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Die bisherigen Hinweise reichen zwar für einen dringenden Verdacht aus, doch ob dieser Verdacht in einem Gerichtsverfahren Bestand hätte, bleibt offen. Genau dieser Punkt entscheidet in den kommenden Monaten darüber, ob die Verdächtige weiterhin in Haft bleibt – oder aus rechtlichen Gründen freigelassen werden muss.





