FALL FABIAN: HEUTE SPRICHT DER SCHLÜSSELZEUGE!
FREITAG, 12.06.26
Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian prüft das Rostocker Landgericht, ob die des Mordes angeklagte Frau einen Bekannten möglicherweise vorab und wissentlich zum Leichnam führte. Die Angeklagte habe am Abend des 13. Oktober 2025 unbedingt zu dem Tümpel bei Klein Upahl gewollt, sagte der 37-jährige Bekannte, der sie damals begleitete und nun als Zeuge aussagte. Sie sei in der Dunkelheit dann an der Böschung stehen geblieben, während er zum Tümpel runter gegangen sei. Dann habe sie gesagt „Da liegt was. Das ist er“, schilderte der Zeuge den Abend. „Für mich fühlte sich das so an, als wüsste sie genau, wo sie hin wollte.“ Er selbst habe damals nichts Genaues erkannt und habe gedacht, dass es sich um Rohre handelt. Es sei stockdunkel gewesen und die Angeklagte habe mit der Handy-Lampe geleuchtet. Er habe sich nur kurz hingehockt. Danach habe er nur noch weggewollt. Das sei damals ein Schockmoment gewesen. Sie seien vom Tümpel über den Acker zum Auto gelaufen. Gesprochen hätten er und die Angeklagte dann nicht: „Im Auto war Totenstille.“ Beide informierten an dem Abend weder die Polizei noch den Vater Fabians. Dieses Verhalten wertete Richter Holger Schütt als schwer begreifbar. „Die ganz Welt sucht Fabian. Und jetzt finden sie was. Und dann wird mit der Information gar nichts gemacht?“ Auch der Zeuge räumte ein, das sei ein Fehler gewesen. Am 15. Oktober habe er dann den Kontakt zu der Frau komplett abgebrochen. Breiten Raum der Befragung nahm die Beziehung zwischen der deutschen Angeklagten und dem Zeugen ein, die sich zwar schon seit Jahren kennen, aber erst im September 2025 intensiver in Kontakt traten und sich in vier Wochen laut Gericht unter anderem 1.431 WhatsApp-Nachrichten schickten. Die persönlichen Treffen wurden geheim gehalten, auch die Ehefrau des Zeugen wusste in der Zeit nichts davon. Er habe nur ein freundschaftliches Verhältnis zu der Angeklagten gewollt, so der Zeuge. Das wurde von der Verteidigung und der Nebenklage-Vertreterin allerdings in Zweifel gezogen. Zudem deutete Verteidiger Thomas Löcker an, dass die Angeklagte ihr Schweigen in dem Prozess brechen könnte. Man müsse abwarten, was sie später sagen werde, sagte der Strafverteidiger. Zeuge und Angeklagte kennen sich aus dem Dorf in Kreis Rostock, in dem beide leben. Sie tauschten sich ab September für etwa vier Wochen intensiv vor allem über die schwierige Beziehung der Angeklagten zu Fabians Vater aus. Damals war das Verhältnis beendet, weil der Vater den Kontakt zu Fabian nicht aufs Spiel setzen wollte. Die Angeklagte wollte nach Angaben des Zeugen einen „Keil“ zwischen Fabian und dem Vater treiben. So habe sie es ihm gesagt. Laut Anklage starb der Junge am 10. Oktober. Vier Tage lang wurde damals mit zahlreichen Polizisten intensiv nach ihm gesucht. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihn mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Die Angeklagte selbst schweigt bislang zu den Vorwürfen. Am 14. Oktober meldete sich die Angeklagte dann bei der Polizei. Dort sagte sie, dass sie den Leichnam Fabians an dem Tag zufällig beim Spaziergang mit dem Hund an dem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt habe. Diese Aussage steht im Widerspruch zu der des Zeugen. Am elften Verhandlungstag waren die Zuschauerreihen im großen Saal 2.002 bis auf den letzten Platz besetzt. Etwa 130 Personen waren gekommen. Sie alle mussten durch eine Sicherheitsschleuse. Das Öffentlichkeitsinteresse und auch die Medienpräsenz sind seit Beginn des Verfahrens am 28. April sehr hoch. Die Mutter nimmt persönlich als Nebenklägerin an dem Prozess teil. Sie verließ nur kurz den Saal, als der Richter ihrer Anwältin andeutete, dass nun Fotos vom Fundort gezeigt wurden.
DIENSTAG, 09.06.26
Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian spielen Tausende Chatnachrichten eine wichtige Rolle. Sie geben detailreich Aufschluss über die Aktivitäten der Angeklagten vor und nach dem Tod des Jungen. Die 30-Jährige Angeklagte habe das Smartphone intensivst genutzt und binnen viereinhalb Tagen unter anderem 1.100 Sprachnachrichten geschickt, 207 Telefonate geführt und über 3.100-mal Messengerdienste genutzt, sagte der für die Auswertung verantwortliche Polizeibeamte und Digitalforensiker am Landgericht Rostock. Anhand der Auswertung von WhatsApp-Nachrichten und Fotos konnte unter anderem belegt werden, dass die Angeklagte am 10. Oktober 2025 ihr Auto reinigte. An dem Tag wurde Fabian laut Staatsanwaltschaft an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) ermordet und die Leiche dann fast völlig verbrannt. Vier Tage später, als die Leiche des Jungen gefunden wurde, habe die Angeklagte der Polizei gegenüber gesagt, dass sie das Auto seit langem nicht gereinigt habe. Am 13. Oktober, also einen Tag vor dem Auffinden des Leichnams, chattete die Angeklagte dann unter anderem mit einem Bekannten, der heute als Zeuge vor Gericht aussagte. Beide tauschten sich über eine Suchaktion der Polizei am Inselsee aus, wo Spürhunde angeschlagen hatten. Dabei wies die Angeklagte von sich aus darauf hin, dass Wasserleichen keine DNA-Spuren aufwiesen, und auch Brandleichen wenig DNA-Spuren hätten. Diese Angabe zur Brandleiche sei aus dem Nichts gekommen, bemerkte der Richter. Auch der Digitalforensiker der Polizei sagte, das Wort Brandleiche sei damals erstmalig von der Angeklagten eingeführt worden. Anhand der Kameraaufnahme ihres Pkw wurde auch festgestellt, dass sich das Auto der Angeklagten am 10. Oktober vor der Wohnung Fabians in Güstrow aufhielt.
DONNERSTAG, 04.06.26
Mit sechs Messerstichen ist der achtjährige Fabian im Oktober vergangenen Jahres getötet worden. Das Kind sei in der Folge verblutet, erläuterte der Rechtsmediziner in seinem Gutachten vor dem Rostocker Landgericht zur Todesursache. Es seien keine Anhaltspunkte für eine Abwehr gefunden worden. Bei der Tatwaffe handle es sich vermutlich um ein einschneidiges Messer mit einer Klingenlänge von 10 bis 15 Zentimetern und einer Breite von etwa zwei Zentimetern.
Die gerichtliche Sektion erfolgte am 15. Oktober 2025, einen Tag nach dem Auffinden der Leiche. Durch die „postmortale Hitzeschädigung“ sei die Befunderhebung und -beurteilung erheblich erschwert worden, betonte der Mediziner. Er geht davon aus, dass die tödlichen Stiche frontal ausgeführt wurden. Dazu sei nahezu jeder in der Lage, der nicht an den Armen gelähmt sei.
Der Leichnam des an einem Tümpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) gefundenen Kindes war nach dessen Tod angezündet worden. Des Mordes angeklagt ist eine 30-jährige Frau, die bislang zu den Vorwürfen schweigt. Laut Anklage soll sie den Leichnam mit flüssigem Grillanzünder überschüttet und in Brand gesetzt haben. Ein Brandsachverständiger sagte aber aus, dass er am Fundort keine Reste von Brandbeschleunigern festgestellt habe. Allerdings sei das nichts Ungewöhnliches, da sich Brandbeschleuniger je nach Menge, Witterung und Zeit verflüchtige und verdunste. Auch sei intensiv nach Zündmitteln wie Streichhölzern oder Feuerzeug gesucht, aber nichts gefunden worden. Dagegen wurden bei der forensischen chemisch-physikalischen Analyse eines am Leichnam gesicherten Textilärmelbündchens sowie Bodenproben vom Fundort in geringem Maße Spuren von Petroleumsubstanzen gefunden, die auch in flüssigen Grillanzündern vorkommen, wie ein weiterer Sachverständiger mitteilte. Dabei seien auch Ähnlichkeiten mit der Substanz eines Grillanzünders festgestellt worden, der bei der Angeklagten im Carport gefunden worden sei.
Die Schwurgerichtskammer hatte am Vormittag einen Antrag von Fabians Mutter auf Ausschluss der Öffentlichkeit für die Dauer des rechtsmedizinischen Gutachtens abgelehnt. Die Bilder von dem verbrannten Leichnam des Jungen seien bereits in den vorangegangenen Verhandlungstagen gezeigt worden und somit auch der Öffentlichkeit bekannt, sagte Richter Holger Schütt. Es gebe zwar auch postmortal ein schutzwürdiges Interesse, das im vorliegenden Fall aber mit der Inaugenscheinnahme der Bilder des Gutachtens nur geringfügig verletzt werde. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, die Art und Weise der Tötung sei für die grundsätzliche Einordnung der Spurenlage von essenzieller Bedeutung. Die Beweisaufnahme solle öffentlich sein.
Die Anwältin der als Nebenklägerin vertretenen Mutter hatte dagegen zur Antragsbegründung auf das postmortale Persönlichkeitsrecht verwiesen. Damit solle die Menschenwürde geschützt werden. Dahinter müsse das Interesse der Öffentlichkeit zurücktreten. Der Leichnam des Kindes lag umgeben von einem Acker am Rand eines kleinen Tümpels, der von außen durch Sträucher verdeckt und nur schwer einsehbar war. Fabian war am 10. Oktober verschwunden und erst nach vier Tagen intensiver Suche gefunden worden. Die Angeklagte selbst war es, die am 14. Oktober die Polizei informierte und zum Fundort führte. Sie und eine Bekannte hatten damals angegeben, mit Hunden spazieren gewesen zu sein, als sie den leblosen Körper entdeckt hätten, wie ein Polizist am vergangenen Dienstag als Zeuge vor Gericht in Rostock sagte.
Der Prozess begann am 28. April. Es sind Verhandlungstage bis 10. September angesetzt. Fortgesetzt wird die Verhandlung am 9. Juni. Dann ist unter anderem ein Bekannter der Angeklagten als Zeuge geladen. Der Zeuge soll Aussagen zur Beziehung der Angeklagten zu dem Opfer und dessen Vater machen. Die 30-Jährige und der Vater hatten bis August 2025 etwa vier Jahre lang eine Beziehung. Nach einer Trennung sind sie inzwischen wieder ein Paar. Der Vater glaubt nach eigenen Worten an die Unschuld der Angeklagten. (osw/dpa)
DIENSTAG, 02.06.26
Sechs Wochen nach Prozessauftakt sind im Fall Fabian schon zahlreiche Zeugen gehört und Indizien beleuchtet worden. Nun wurden Spuren am Tatort ausgewertet. Die Angeklagte schweigt weiterhin.
Der Ort, an dem der tote achtjährige Fabian im Oktober vorigen Jahres gefunden wurde, war umgeben von einem Acker am Rand eines kleinen Tümpels. Der Fundort war von außen durch Sträucher verdeckt und nur schwer einsehbar. „Wildschweinkuhle“ nennt ihn ein Bildbericht der Polizei. Der Tatort spielte am achten Verhandlungstag im Mordprozess vor dem Landgericht Rostock eine zentrale Rolle. Über 150 Fotos von dem Ort unweit von Klein Upahl (Landkreis Rostock) wurden gezeigt – davon waren viele schwer zu ertragen. Hinzu kam eine detaillierte 3D-Tatortrekonstruktion, durch die Abstände exakt bestimmt werden konnten. Auch diesmal warnte der Vorsitzende Richter Holger Schütt die rund 90 Zuschauer im Gerichtssaal vor den Fotos. Wer dies möglicherweise nicht ertragen könne, der solle besser den Saal verlassen.
Gezeigt wurden nicht nur Fotos von Fußabdrücken und dem Acker, auf dem sich der Tümpel befindet. Auch detaillierte Aufnahmen des nahezu vollständig verbrannten Leichnams wurden gezeigt. Die 30-jährige Angeklagte soll den Jungen laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 erstochen und danach angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen. Damals wurde Fabian erst nach vier Tagen intensiver Sucher gefunden.
Die Angeklagte selbst informierte am 14. Oktober die Polizei und führte die Beamten und zum Fundort der Leiche. Sie und eine Bekannte hätten damals angegeben, mit Hunden spazieren gewesen zu sein, sagte ein Polizist vor dem Landgericht Rostock, der als erster Beamter an dem Tümpel war. Die Angeklagte habe dort den leblosen Körper des Jungen gefunden. Die beiden Frauen hätten die Polizei am Vormittag in die Nähe der Stelle geführt und den Beamten erklärt, wo der Leichnam genau liege. Beide seien aufgeregt gewesen. Auf ihn hätten sie aber nicht tief betroffen oder geschockt gewirkt, sagte der Beamte. Vor Ort sei er dann durch hohes Gras zu dem toten Jungen gegangen. Die Angeklagte sei zuvor selbst am Fundort gewesen und habe die Polizei darüber informiert, dass deshalb dort auch Spuren von ihr zu finden sein müssten. Die Ermittler fanden sowohl Fußabdruckspuren des Jungen als auch der Angeklagten. Mehrere dicht beieinander liegende Spuren der jeweiligen Schuhabdrücke wurden dokumentiert und am achten Verhandlungstag in einem Bildbericht vorgestellt.
Die des Mordes angeklagte Frau lebt mit Fabians Vater in einer „On/Off“-Beziehung und sitzt seit November vorigen Jahres in Untersuchungshaft. Sie ist inzwischen wieder mit dem Vater liiert, der ihre Pferde versorgt, sie in der Haftanstalt besucht und nach eigenen Worten an ihre Unschuld glaubt. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin meist persönlich an der Verhandlung teil. Wegen der gezeigten Fotos war sie aber auch diesmal nicht anwesend.
Bei der am 28. April begonnenen Verhandlung sagten bereits die Mutter, der Vater und auch die Großmutter mütterlicherseits von Fabian aus. Auch Freunde des Achtjährigen wurden in einer Video-Schalte als Zeugen gehört. Hinzu kamen mehrere Sachverständige, Ermittler sowie Nachbarn, Mitarbeiter eines Jugendzentrums und Fabians Lehrerin. Für den Prozess sind Termine bis zum 10. September geplant. Am kommenden Donnerstag soll ein gerichtsmedizinisches Gutachten erörtert werden.
Fabian wurde laut Anklage mit sechs Messerstichen getötet. Doch die Tatwaffe konnte bislang nicht gefunden werden. Forensiker untersuchten bereits mehr als ein Dutzend unterschiedliche Messer. Bei keinem konnte aber menschliches Blut nachgewiesen werden, wie eine DNA-Forensikerin vorige Woche mitteilte.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte den Jungen in der Erwartung tötete, die zu dem Zeitpunkt beendete Beziehung mit dem Vater des Jungen wiederherstellen zu können. Sie habe dabei ziel- und zweckgerichtet gehandelt, um durch die Tötung einen Streitpunkt mit dem Vater zu beseitigen, und diesen wieder für sich gewinnen zu können. Sie habe bedenkenlos das Leben des achtjährigen Kindes zerstört in der vagen Hoffnung, die Beziehung zu reparieren, hieß es.
Obwohl die Angeklagte seit dem 28. April schweigt, ist ihre Stimme im Saal 2.002 des Landgerichts oft präsent, da die Schwurgerichtskammer zahllose Sprachnachrichten zwischen ihr und Fabians Vater abspielt. Dabei schickte vor allem die Angeklagte oft im Minuten- und Sekundentakt Sprachnachrichten, in denen sie den 35-Jährigen flehentlich bat zurückzukehren. Auch nachdem Fabian am 10. Oktober verschwunden war, schickte sie in den Tagen darauf teils bis tief in die Nacht Sprachnachrichten und bat den Vater, sie bei der Suche mithelfen zu lassen. Die Angeklagte und der Vater hatten bis August 2025 etwa vier Jahre lang eine Beziehung. Zu Beginn habe Fabian seinen Vater, der getrennt von Fabians leiblicher Mutter lebt, noch regelmäßig aufgesucht, auch um mit dem etwa ein Jahr jüngeren Sohn der Angeklagten zu spielen. (osw/dpa)
DONNERSTAG, 28.05.26
Am siebenten Prozesstag haben Gutachter und Ermittler im Mordprozess um den getöteten Fabian Textil-Analysen und Funkzellen-Auswertungen vorgestellt. Ein Textilgutachten hat im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow mögliche Hinweise auf Kleidungsstücke der Angeklagten ergeben. Unter dem rechten Daumennagel des Kindes sei eine lila-blau eingefärbte Baumwollfaser festgestellt worden, bei der es Übereinstimmungen zu einem Pullover der Tatverdächtigen gebe, sagte der Sachverständige vor dem Landgericht Rostock. Zudem sei an einem Textil-Ärmelbündchen des Opfers eine grau-grünliche Polyesterfaser gefunden worden, die von einer Reiterhose der Angeklagten stammen könne. Die 30-jährige Frau ist des Mordes angeklagt. Sie soll Fabian laut Staatsanwalt am 10. Oktober 2025 mit ihrem Auto abgeholt und später an einem Tümpel bei Klein Upahl im Landkreis Rostock getötet haben. Der Experte machte aber klar, dass eine Bewertung der Funde sehr schwierig und kaum möglich sei. Es könne etwa nicht gesagt werden, wie es zu einer Spurenübertragung gekommen sei.
Im Saal wurden auch Fotos von Fabians Leichnam gezeigt. Der Richter hatte die Zuschauer im Saal zuvor gewarnt, dass die Fotos schwer zu ertragen seien. Wer das nicht aushalte, habe die Möglichkeit, den Saal zu verlassen. Fabians Mutter, die als Nebenklägerin am Prozess teilnimmt, war aus diesem Grund erstmals nicht persönlich zur Verhandlung gekommen. Fabians Leiche wurde angezündet und wies starke Verbrennungen auf.
Vorgestellt wurden auch die Ergebnisse polizeilicher Ermittlungen zu den Einloggdaten von Handys in Funkzellen. Dabei mussten die Ermittler auf Daten der jeweiligen Provider zurückgreifen, die nach Zeugenaussagen des zuständigen Polizeibeamten aber „extrem lückenbehaftet“ seien, denn die Anbieter würden die Daten eigentlich nur zu Abrechnungszwecken erheben.
Die SIM-Karte des Mobiltelefons der Angeklagten habe am Tattag, dem 10. Oktober, weder in Güstrow noch am Tatort festgestellt werden können. „Das geben die Daten nicht her“, sagte der 31-jährige Beamte. Allerdings seien an diesem Tag zwischen 11.21 Uhr und 12.42 Uhr keine Daten auf dem Handy feststellbar. Das Smartphone sei in der Zeit entweder ausgeschaltet oder in den Flugmodus gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte ihr Smartphone aktiv ausschaltete und anschließend mit Fabian in ihrem Auto in Richtung Klein Upahl fuhr, wo sie das Kind laut Anklage mit einem Messer tötete. Als Todeszeitpunkt nennt die Anklage einen Zeitraum zwischen 10.50 bis 13.00 Uhr. Die Angeklagte selbst war es, die am 14. Oktober den Fund der Kinderleiche bei der Polizei meldete. Sie hielt sich an dem Tag auch ausweislich der Funkzellenauswertung am Fundort auf.
Ein Online-Account des Kindes wurde auch nach dem 10. Oktober noch aktiv genutzt, wie die Recherchen der Ermittler ergaben. Allerdings handelte es sich dabei am 12. und 13. Oktober nicht um Fabian, wie die Polizei damals noch gehofft hatte, sondern um einen Privatermittler, der von der Mutter oder ihrem Umfeld die Zugangsdaten bekommen hatte.
Wenig Erkenntnisse über den Tattag erbrachte die Auswertung der digitalen Daten des Fahrzeuges der Angeklagten. Das System des Autos dokumentiere zwar sogenannte „Events“ wie das Öffnen und Schließen von Türen oder Gangwechsel, die dann mit Datum, Uhrzeit, Geschwindigkeit sowie exakten Geo-Koordinaten gespeichert wurden. Allerdings fehlten diese Daten für den 10. und 11. Oktober, bevor sie am 13. Oktober abrupt wieder vorhanden seien, sagte der technische Gutachter. Das sei komisch, aber dafür gebe es keine Erklärung. Eine bewusste Manipulierung sei nicht nachweisbar.
Bei den Ermittlungen im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow sind bislang mehr als ein Dutzend unterschiedliche Messer als mögliche Tatwaffe untersucht worden. Bei keinem sei aber menschliches Blut nachgewiesen worden, sagte eine DNA-Forensikerin des Landeskriminalamtes bei der Vorstellung der bisherigen Ergebnisse am Landgericht Rostock. Bei weiteren, im Nachgang eingereichten Messern liege ein abschließender schriftlicher Befund noch nicht vor.
Festgestellt wurden dagegen nach Angaben der Gutachterin DNA-Spuren des am 10. Oktober 2025 getöteten Fabian im Auto der wegen Mordes angeklagten 30-jährigen Frau. Auch seien auf einem Blatt einer Küchenpapierrolle, die im Ablagefach der hinteren linken Tür des Autos gelegen habe, eine Blutspur von Fabian festgestellt worden. Über das Alter der Blutspur könne nichts gesagt werden. DNA-Spuren könnten sich aber über einen Zeitraum von zwei Monaten halten. Die Angeklagte ist mit Fabians Vater liiert. Der Achtjährige war zuletzt im Sommer 2025 bei ihr. (osw/dpa)
MITTWOCH, 27.05.26
Im Mordprozess um den im Oktober 2025 getöteten achtjährigen Fabian haben am Rostocker Landgericht weitere Zeugen ausgesagt. Es ging dabei unter anderem um das auffällige Auto der Angeklagten Gina H. und Fotos von einem Feuer. Am Verhandlungstag 6 sagte eine Zeugin aus, die am Tattag drei Fotos gemacht hat, die Rauchschwaden und ein kleines Feuer zeigen. Das Feuer war an dem späteren Fundort des Leichnams von Fabian in der Nähe von Klein Upahl. Laut Staatsanwaltschaft soll die Angeklagte die Leiche des Jungen mit einem Brandbeschleuniger angezündet haben, um Spuren zu verwischen. Die Fotos wurden von der 36 Jahre alten Zeugin am Nachmittag gegen 15 Uhr gemacht. Das zeigen die Meta-Daten ihres Handys. Sie habe sich nichts Schlimmeres bei gedacht, sagte sie vor Gericht. Sie habe aber gedacht, es könne sich um eine Art Brandrodung handeln, um Schilf um den Tümpel zu beseitigen. Als sie vom Spaziergang aus dem Wald zurückgekommen sei, sei das Feuer aus gewesen.
Die Angeklagte Gina H. schweigt auch weiterhin zu den Vorwürfen. Doch auch heute wurden wieder Indizien vorgelegt, die die Freundin von Fabians Vater weiter belasten. Zwei Zeugen sagten zudem aus, das orangefarbene auffällige Auto der Angeklagten am Tattag auf einem Feldweg in der Nähe des späteren Fundortes des Leichnams gesehen zu haben. Der Pickup sei am 10. Oktober in Klein Upahl aus einem Weg gekommen. Er habe das Auto sofort erkannt, sagte ein 18-Jähriger, der damals als Landwirt mit Kollegen Steine vom Acker sammelte und Mittagspause machte. Der Arbeitskollege des 18-Jährigen sagte aber, dass er die Fahrerin in dem Auto nicht habe sehen können. Das Auto fuhr nach Angaben beider Zeugen in Richtung Upahl und kam aus der Richtung, die zu dem Tümpel führte, an dem Fabians Leiche am 14. Oktober 2025 gefunden wurde. Vorausgegangen war eine viertägige Suche nach dem Jungen, der laut Anklage am 10. Oktober mit sechs Messerstichen getötet wurde.
Das Gericht teilte zum Prozessauftakt auch mit, dass der Auswertungsbericht eines untersuchten Messers vorliege. Das Ergebnis soll später erörtert werden. Es ist eines von mehreren untersuchten Messern. Denn die Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden. Rund 80 Zuschauer waren am sechsten Verhandlungstag des Prozesses im Gerichtssaal 2.002. Die Angeklagte Gina H sitz seit November 2025 in U-Haft. Heute hat die Kammer erneut Sprachnachrichten zwischen ihr und Fabians Vater vorgespielt. Die beiden waren zum Zeitpunkt des Verschwindens des Kindes kurzzeitikg getrennt. Sie lebten in einer Art „On/Off“-Beziehung. Dabei flehte die 30 Jahre alte Gina H. ihren damaligen Ex-Partner in Sprachnachrichten an, zu ihr zurückzukommen. Gleichzeitig warf sie ihm vor, dass er sie nicht bei der Suche nach dem vermissten Fabian helfen lasse. Auch ein Polizeibeamter, der in der Vermisstensache tätig war, ist als Zeuge geladen. (osw/dpa)
DONNERSTAG, 21.05.26
Am fünften Prozesstag wurde u.a. die Mutter von Fabians Vater als Zeugin befragt. Die Frau kam in Begleitung ihrer Tochter, beantwortete aber die meisten Fragen des Gerichtes, der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage, nur mit einem knappen „Ja“ oder „Nein“ oder „Daran kann ich mich nicht erinnern“ oder „Davon weiß ich nichts“. Zum Erstaunen vieler Zuschauer im Gerichtssaal zeigte die Oma wenig Interesse am Schicksal ihres ermordeten Enkels. Die Frage des Richters, ob sie denn nicht wissen möchte, was Fabian passiert ist, verneinte sie nach kurzer Überlegung. Die Beziehung zur Angeklagten, die als Freundin ihres Sohnes oft bei ihnen gewesen sei, beschrieb sie als gut. Dagegen hatte die Angeklagte in einer Sprachnachricht an den Sohn geschrieben, dass sie ein Hassgefühl gegenüber dessen Familie empfinde.
Als Zeugin wurde auch eine Ermittlerin der Kripo gefragt, die kurz nach dem Verschwinden von Fabian sowohl den Vater als auch die Angeklagte befragte. Dabei habe sie mitgeteilt, dass sie in einer vorherigen Beziehung mehrfach vergewaltigt worden und aufgrund der daraus resultierenden psychischen Probleme arbeitsunfähig sei. Die Polizistin war zur Unterstützung des Brandermittlers im Einsatz und schilderte die Situation des Auffindens von Fabian an einem Tümpel. Fabian habe schwere Verbrennungen aufgewiesen. Sein Leichnam war laut Anklage angezündet worden, um Spuren zu verwischen. Bei den Schilderungen verließ Fabians Mutter, die als Nebenklägerin am Prozess teilnimmt, den Gerichtssaal.
Eine Zeugin sagte aus, dass sie den Wagen der Angeklagten am Tag des Verschwindens von Fabian am 10.10.25 in der Straße in Güstrow geparkt gesehen habe – unmittelbar dort, wo der Junge mit seiner Mutter wohnte. Sie habe den Geländewagen mit der auffälligen Lackierung sofort bemerkt, betonte sie.
Im Gerichtssaal wurden im Verlauf der Verhandlung erneut zahllose Sprachnachrichten vorgespielt und Textnachrichten verlesen, die sich die Angeklagte und Fabians Vater mehrere Tage vor dem Tod des Grundschülers gegenseitig geschickt hatten. Darin warf die Angeklagte dem 35-Jährigen immer wieder vor, mit anderen Frauen zu flirten und fremdgegangen zu sein. Gleichzeitig bat sie ihn eindringlich, wieder zu ihr zurückzukehren. Der 35-Jährige bemängelte dagegen, dass sie ihm permanent Vorwürfe mache und er ihren Ansprüchen nicht gerecht werde. Allerdings besuchte er sie dennoch. Beide schickten sich am 5. Oktober – fünf Tage vor Fabians Verschwinden – dutzende Sprach- und Textnachrichten. Dabei drehten es sich meist um die schwierige Beziehung, deren Ende oder die Chancen eine Wiederaufnahme des Verhältnisses und auch um Fabian, dessentwegen der Vater in Kontakt mit der Fabians Mutter stand. Es entstand das Bild einer komplizierten On-off-Beziehung zwischen beiden.
Der Vater hatte in seiner Vernehmung gesagt, er und die seit November 2025 in U-Haft sitzende Frau seien inzwischen wieder ein Paar. Er glaube an die Unschuld der Frau. Laut Staatsanwaltschaft hatte er es zuvor für möglich gehalten, dass sie etwas mit dem Verschwinden Fabians zu tun habe. Am vorangegangenen Verhandlungstag hatte die Staatsanwaltschaft es als nicht nachvollziehbar bezeichnet, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne. (dpa/osw)
MITTWOCH, 13.05.26
Die Rostocker Staatsanwaltschaft verdächtig den zuletzt als Zeugen vernommenen Vater des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow der Falschaussage. Es seien entsprechende Ermittlungen gegen ihn eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack in einer Erklärung zu Beginn des vierten Verhandlungstages. Der 35-Jährige war am 30. April und am 5. Mai rund eineinhalb Tage intensiv vernommen worden.
Seit Ende April läuft die Hauptverhandlung im Mordprozess gegen eine 30-Jährige, die den Jungen laut Anklage im vergangenen Oktober getötet haben soll. Die langjährige Beziehung zum Vater und deren Beendigung soll dabei eine Rolle gespielt haben. Der Vater, der bereits stundenlang in der Verhandlung befragt wurde, hatte zuletzt gesagt, er und die seit November 2025 in U-Haft sitzende Frau seien inzwischen wieder ein Paar. Er glaube an die Unschuld der Angeklagten. Diese schweigt bislang in dem Prozess.
Es sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne, betonte Nowack mit Blick auf vorherige Vernehmungen des Vaters unter anderem bei der Polizei. Es sei auch nicht nachzuvollziehen, warum er wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe.
Die Angeklagte habe entsprechend auf ihn eingewirkt. Sie habe eine Wiederaufnahme der Beziehung angestrebt. Nach der Vernehmung von Fabians Vater sei festzustellen, dass ihr das gelungen sei. Der Zeuge sei zudem nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert, denn er habe die Möglichkeiten der Akteneinsicht sowie einer Teilnahme als Nebenkläger nicht genutzt.
Am Rostocker Landgericht wurden Sprachnachrichten zwischen der Angeklagten Gina H. und dem Vater von Fabian vorgespielt. Sie haben die toxische Beziehung der beiden verdeutlicht. Gina H. sprach öfter von finanzieller Not und Suizidversuchen nach der zwischenzeitlichen Trennung. Auch ihre starke Eifersucht kam stark zum Ausdruck! Außerdem sagt sie öfter, dass sie den Wohnort hasse, in der die Familie von Fabians Vater lebt. Sie vermisse die Zeit alleine mit ihm, ohne sein Kind oder ein anderes Familienmitglied. Sie behauptet, dass es sogar Heiratspläne zwischen ihr und Mathias R. gegeben habe. Der Richter sagte, allein am 17. August hat sie 40 Mal Fabians Vater angerufen.
Am Nachmittag wurde eine Lehrerin von Fabian als Zeugin gehört, damit der Richtiger ein Gefühl bekam, was Fabian für ein Junge war. Danach ging es um Fabian und seinen besten Freund. Zunächst wurde die Mutter des besten Freundes befragt. Sie sagte, Fabian habe oft nach Liebe gesucht und sich zuhause nicht wohl gefühlt. Oft wollte er bei seinem besten Freund schlafen. Diese Aussagen haben Fabians Mutter Dorina sichtlich getroffen. Sie schluckte schwer, es kullerten auch Tränen, die sie versuchte zu verdecken. Fabian soll außerdem mitbekommen haben, wie sein Vater die Angeklagte Gina H. geschlagen hat. Es kam zum Bruch. Doch seit vergangenem Sommer gab es wieder mehr Kontakt zwischen Fabian und seinem Vater, so die Zeugin. Fabian war laut ihrer Aussage “wieder happy” und wollte am Wochenende seines Verschwindens mit seinem Papa ein Baumhaus zu Ende bauen. Der Sohn der Zeugin, Fabians bester Freund, wurde danach per Videostream im Saal dazugeschaltet und ausschließlich vom Richter befragt. Der Freund sagte unter anderem aus, dass die beiden viel am Computer gezockt haben – oft “Spiele mit Schießen”. Außerdem erzählte er, dass Fabian öfter gemobbt wurde. Auch ein weiterer Freund hat im Anschluss von seinen Erlebnissen mit Fabian berichtet. (osw/dpa)
DIENSTAG, 05.05.26
Der Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat am dritten Verhandlungstag Einblick in Ermittlungsergebnisse gegeben. Demnach wurde mit dem Nutzeraccount der Angeklagten am Tag des Verschwindens frühzeitig nach Stichworten wie „Polizei“ oder auch „Person vermisst“ im Internet gesucht. Den Ausführungen des Gerichts zufolge passierte dies schon, bevor Fabians Vater, der zuvor eine mehrjährige Beziehung mit der Frau geführt hatte, ihr mitteilte, dass sein Sohn vermisst werde. Über den Account der 30-jährigen Beschuldigten wurde demnach ferner am Tag nach Verschwinden des Jungen mit Stichworten gesucht wie „fressen Wildschweine tote Menschen“. Das Video einer Überwachungskamera, das während der Verhandlung gezeigt wurde, zeigte zudem den Wagen der Angeklagten binnen weniger Minuten zweimal unweit Fabians Wohnung am Vormittag des 10. Oktobers 2025. Im entsprechenden Zeitraum wurde den Auswertungen zufolge nach zuvor permanenter Aktivität das Display von Fabians Handy deaktiviert. Es wurde demnach erst wieder am Nachmittag angeschaltet, als Fabians Mutter nach Hause kam, dort das Handy, aber nicht den Jungen auffand. Die Angeklagte schweigt vor Gericht bislang zu den Vorwürfen.
Im Gericht wurden zudem Audionachrichten der Angeklagten abgespielt, in denen sie einem Bekannten vorschlägt, unter anderem bei Klein Upahl südwestlich von Güstrow nach dem vermissten Jungen zu suchen. Schlussendlich wurde Fabians Leiche unweit des Ortes gefunden. Den Fund hatte die Beschuldigte selbst der Polizei gemeldet. Fabians Vater sagte: „Ich glaub’ an ihre Unschuld.“ Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Angeklagten vor, den Jungen am 10. Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme mit Fabians Vater eine Rolle gespielt haben. Beide hatten sich getrennt. Nach Aussage des Vaters sind sie inzwischen aber wieder ein Paar. Er habe die Frau, für die bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, regelmäßig in der Untersuchungshaft besucht.(dpa/osw)
DONNERSTAG, 30.04.26
Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow haben die Mutter und der getrennt von ihr lebende Vater des Jungen stundenlang vor Gericht als Zeugen ausgesagt. Beide berichteten ausführlich über ihren Sohn, schilderten ihn als liebevoll, zuverlässig und aufgeschlossen. Breiten Raum nahm die langjährige Beziehung des Vaters (35) zur Angeklagten ein. Die deutsche Ex-Freundin soll den Achtjährigen am 10. Oktober 2025 laut Staatsanwalt heimtückisch ermordet haben. Die Mutter beschrieb ihren Sohn als sehr zuverlässig. Er habe sich stets rückversichert, ob sein Verhalten in Ordnung sei. „Ich kann einfach nur sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf ihn war“, sagte die 31-jährige Einzelhandelskauffrau. Die Angeklagte (30), die selbst einen Sohn hat, der etwas jünger als Fabian ist, war mit dem Vater bis August 2025 rund vier Jahre lang in einer Beziehung. Fabian war oft tagelang bei ihnen, wobei er vom Vater oder auch der Angeklagten mit dem Auto bei der Mutter in Güstrow abgeholt wurde. Alle drei tauschten untereinander zur Absprache auch Nachrichten über WhatsApp aus. Fabian habe in der Angeklagten auch eine Mutter gesehen und sie öfters Mama genannt, betonte der Vater. Fabians Mutter wandte sich in ihrer Aussage einmal direkt an die nur wenige Meter entfernt sitzende Angeklagte mit den Worten, dass sie nicht verstehen könne. Weiter konnte sie zunächst nicht sprechen, weil der Richter die Sitzung für zehn Minuten unterbrach. Die Mutter nannte ihren Sohn durchgängig „Fabi“. Auch die Erzieher hätten über ihren Sohn gesagt, dass er sehr kuschlig gewesen sei. Leute, denen er vertraut habe, habe er immer umarmt.
Ausführlich äußerte sich die Mutter auf Fragen des Richters auch über die Beziehung zu Fabians Vater, von dem sie sich Ende 2018 trennte. Er habe sich liebevoll um Fabian gekümmert. 2021 habe der Vater dann die Beziehung zur Angeklagten begonnen. Als Fabian dann einmal gesehen habe, wie der Vater die Freundin geschlagen habe, wollte er nach Angaben der Mutter nicht mehr dorthin. Daraufhin habe es zunächst einen Kontaktabbruch gegeben. Auch danach sei Fabian aber gern zu der Angeklagten gegangen, um Zeit mit ihr und ihrem Sohn zu verbringen, sagte der Vater. Nur mit ihm habe er keine Zeit verbringen wollen. Zu Fabians Einschulung sei er ebenfalls nicht erwünscht gewesen. Die Zeit des Kontaktabbruchs zum Vater dauerte dessen Angaben nach rund eineinhalb Jahre. Erst im August 2025 lebte der Kontakt wieder auf.
Eine wiederkehrende Frage war, ob und in welchem Maße der Vater gegenüber der Angeklagten in der Beziehung gewalttätig war. Sie hatte in einem im Gericht verlesenen Chat von einem gebrochenen Arm und in einem anderen Fall von fast gebrochenen Rippen durch den 35-Jährigen geschrieben. Das wies der Zeuge deutlich zurück. Beziehungsprobleme zwischen dem Vater und der Angeklagten sollen laut Staatsanwaltschaft eine zentrale Rolle für die Tat gespielt haben. Die Angeklagte habe ziel- und zweckgerichtet gehandelt, um mit der Tötung des Jungen einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen, hieß es in der Anklage. Der Vater habe die Beziehung nicht fortführen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte. Fabians Mutter hat nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr zum Vater. Sie komme nicht damit zurecht, wie er mit dem Verlust von „Fabi“ umgehe. So habe er die Angeklagte in der Justizvollzugsanstalt (JVA) besucht. „Damit komme ich nicht zurecht. Ich will keinen Kontakt mehr“, sagte die Mutter. Der Besuch des Vaters in der JVA ist laut Staatsanwaltschaft dokumentiert. Die Angeklagte lächelt mehrmals während des zweiten Verhandlungstages, als Richter Holger Schütt den Vater fragte, wie er die Angeklagte beschreiben würde. Einfühlsam, emphatisch, liebevoll, starker Charakter – das waren seine Worte. Und eifersüchtig sei sie auch.
In der Verhandlung wurde ein kurzer Audio-Mitschnitt vorgespielt, in dem sich die Angeklagte und Fabians Vater im Dezember vorigen Jahres unterhielten. Die Frau, die seit 7. November in Untersuchungshaft sitzt, verfolgte die Aussage der Mutter – anders als beim Vater – weitgehend ohne äußere Reaktionen. Sie will sich nach Angaben ihrer Anwälte zunächst nicht äußern.
Fabians Mutter schilderte auch unter Tränen, wie sie den Tag des Verschwindens ihres Sohnes und die Tage darauf erlebte. Fabian war am 10. Oktober krankheitsbedingt nicht zur Schule gegangen. Die Mutter ging zur Arbeit, kam aber danach direkt nach Hause, wo sie gegen 15.30 Uhr ankam und eine leere Wohnung vorfand. Abends gab sie bei der Polizei eine Vermisstenanzeige auf, nachdem sie und Freunde zuvor überall nach „Fabi“ gesucht hätten. Die Polizei bat sie kurz darauf, zu Hause zu bleiben, falls sich ihr Sohn doch noch melde. „Ich kam mir so hilflos vor: Nichts machen zu können und abzuwarten und zu hoffen“, schilderte sie die Stunden und Tage danach. (dpa/osw)
DIENSTAG, 28.04.26
Nach nur einer Viertelstunde ist der erste Prozesstag im Mordfall Fabian aus Güstrow schon wieder zu Ende. In der kurzen Zeit wurden die wesentlichen Punkte der Anklage verlesen. Anklageschrift Der Prozess wird nun am Donnerstag fortgesetzt. Dann sind Mutter und Vater von Fabian als ersten Zeugen vorgeladen. Die Angeklagte hat sich zum Prozessauftakt nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft hat heute ein wahrscheinliches Motiv für Tat genannt: Die beschuldigte 30-Jährige habe Fabian in der Hoffnung ermordet, eine zuvor bestehende Beziehung mit dem Vater des Jungen wiederherstellen zu können. Sie habe bedenkenlos das Leben des achtjährigen Kindes zerstört in der vagen Hoffnung, die Beziehung zu reparieren, hieß es in der zum Prozessauftakt vorgelesenen Anklage. Demnach war die Frau bis August 2025 etwa vier Jahre lang in einer Beziehung mit Fabians Vater. Zu Beginn habe Fabian seinen Vater, der getrennt von Fabians leiblicher Mutter lebt, noch regelmäßig aufgesucht, auch um mit dem etwas jüngeren Sohn der nun Beschuldigten zu spielen. Nachdem Fabian aber eine körperliche Auseinandersetzung zwischen der Beschuldigten und dem Vater mitbekommen habe, sei der Kontakt abgebrochen. Erst nach der Trennung von der Frau wollte sich Fabian demnach wieder regelmäßig bei seinem Vater aufhalten und tat dies auch.
Versuche der Angeklagten, die Beziehung zu Fabians Vater wiederherzustellen, lehnte dieser laut Anklage auch deshalb ab, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht wieder gefährden wollte. Dies habe er der Beschuldigten zuletzt auch am 9. Oktober in einer Chat-Nachricht mitgeteilt. Über die nun endgültige Trennung erbost habe sich die Frau am 10. Oktober 2025 zu Fabians Wohnung begeben, in der er sich zu dem Zeitpunkt allein aufhielt. Sie sei mit ihm ins Güstrower Umland gefahren. Bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich von Güstrow, habe sie in der Nähe eines Tümpels unvermittelt mindestens sechsmal auf Brust und Oberkörper des Jungen eingestochen. Zwei Stiche seien direkt ins Herz gegangen. Später habe sie die Leiche angezündet, in der Angst, sie könne entdeckt werden. Der Anwalt der Beschuldigten, für die bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt, sagte am ersten Prozessauftakt, man werde keine Angaben zur Sache machen. Insgesamt sind bis zum 2. Juli 16 weitere Verhandlungstage angesetzt.
An dem Prozess am Rostocker Landgericht nimmt Fabians Mutter als Nebenklägerin teil. Die persönliche Begegnung mit der Angeklagten falle ihrer Mandantin sehr schwer, sagte ihre Anwältin Christine Habetha. Auch Güstrows Bürgermeister Sascha Zimmermann verfolgt den Prozess, um Informationen aus erster Hand zu bekommen. Der Fall belaste die Menschen in Güstrow emotional. Er hoffe auf Aufklärung durch den Prozess. Die Angeklagte, die seit 7. November in Untersuchungshaft sitzt, äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Rund 80 Zuschauer und etwa 30 Medienvertreter verfolgten den Prozessbeginn. Insgesamt sind bis zum 2. Juli insgesamt 17 Verhandlungstage angesetzt.
MONTAG, 09.03.26
Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Staatsanwaltschaft Rostock ihre Ermittlungen in dem Fall abgeschlossen und die bereits seit November in U-Haft sitzende Tatverdächtige angeklagt. Der Vorwurf gegen die Frau lautet auf heimtückischen Mord.
Nach dem Ergebnis der Ermittlungen besteht der hinreichende Verdacht, dass sich die Angeschuldigte Gina H. am Morgen des 10. Oktober zur Wohnung von Fabian begeben und den ihr gut bekannten achtjährigen Jungen unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt haben soll. Anschließend soll sie mit dem Jungen in ihrem Kraftfahrzeug zu einem Feldstück in der Nähe von Klein Upahl gefahren und gemeinsam mit ihm zu dem dort befindlichen, verdeckt liegenden Teich gelaufen sein. Dort soll sie den Jungen, wie von ihr alleine geplant und durchgeführt, mittels mindestens sechs Messerstiche im Bereich des Oberkörpers getötet haben. Um die Spuren der Tat zu beseitigen soll sie den Leichnam später mittels Brandbeschleuniger angezündet haben. Die Polizei wertete rund 1.000 Spuren in dem Fall aus. Die Tatwaffe wurde nicht gefunden.
Die Angeschuldigte äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen, wie ihr Verteidiger Andreas Ohm bestätigte. Die Staatsanwaltschaft habe bis zur Anklage mehrere Monate in Zusammenarbeit mit der Mordkommission gebraucht und nun werde man sehen, ob, und wenn ja, welche be- oder entlastenden Indizien hinzugekommen seien, sagte der Anwalt. Dazu könne er erst etwas sagen, wenn er die Anklageunterlagen habe. Für die Frau gilt die Unschuldsvermutung. Das Amtsgericht Güstrow hatte bereits im Dezember mitgeteilt, dass ihr die elterliche Sorge für ihr eigenes Kind vorläufig entzogen worden sei.
Das Landgericht Rostock muss nun prüfen, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird und wann diese stattfinden wird. In diesem Zusammenhang verwies Staatsanwalt Nowack mit Blick auf die Dauer der Untersuchungshaft auf eine Sechs-Monats-Frist, die Anfang Mai ablaufe. „Ich gehe davon aus, dass wir innerhalb dieser Frist mit der Terminierung der Hauptverhandlung beginnen werden.“ An einem Prozess wird Fabians Mutter als Nebenklägerin teilnehmen, wie ihre Anwältin Christine Habetha. „Den Nebenklageanschluss haben wir bereits erklärt.“
(osw/dpa)
DONNERSTAG, 04.12.25
Mehrere Wochen nach dem Fund des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow nehmen Ermittler erneut die Umgebung des Fundortes in den Blick. Am Donnerstagmittag waren laut Mitteilung 22 Beamte bei Klein Upahl südlich von Güstrow im Einsatz. Sie suchten eine Wiese ab und benutzten dabei auch Metalldetektoren, wie eine Polizeisprecherin sagte. „Wir gucken hier nach tatrelevanten Gegenständen noch mal.“
„Alles, was nicht auf die Wiese gehört, gucken wir uns jetzt hier ganz genau an“, sagte die Sprecherin. Die Kräfte seien etwa seit 10.30 Uhr im Einsatz, darunter Beamte der Kripo Rostock, der Bereitschaftspolizei und einer technischen Einheit. Der Einsatz sollte voraussichtlich bis in den Nachmittag hinein andauern.
Ein Polizeisprecher sagte: „Hintergrund ist, dass man in der Rückschau der getroffenen Maßnahmen festgestellt hat, dass es also eine gewisse Fläche gibt, in etwa zwei-, dreihundert Meter entfernt vom Fundort, die noch nicht abgesucht worden ist.“ Die Polizei wolle sicherstellen, dass der Bereich des Fundortes hundertprozentig abgesucht worden sei und nichts ausgelassen werde, das möglicherweise relevant sein könnte.
Auf die Frage, ob mit den Metalldetektoren nach einer Tatwaffe, etwa einem Messer gesucht werde, sprach der Beamte von tatrelevanten Gegenständen. Das seien alle möglichen Gegenstände, die nicht auf eine Wiese gehörten. „Inwieweit hier möglicherweise noch ein Messer bei rumkommt, das müssen wir eben sehen.“ Die entsprechende Freifläche sei mehrere hundert Meter lang und breit. Nach Aussage des Sprechers waren ungefähr 25 Kräfte im Einsatz unter anderem mit Motorsensen, um auch angrenzende Büsche zu entfernen. (osw/dpa)
MITTWOCH, 03.12.25
Nach einer Stunde Verhandlung hat das Amtsgericht Rostock gegen 14 Uhr entschieden: Die Tatverdächtige im Mordfall Fabian bleibt in Untersuchungshaft. Der Pflichtverteidiger hatte den Haftprüfungstermin beantragt, weil die Ermittler bislang nur Indizien statt Beweise zur Tatbeteiligung vorlegen konnten. Er wollte seine Mandantin deshalb aus der JVA Bützow holen. Dieser Plan ist nun vorerst gescheitert. Der Verteidiger will in Absprache mit der 29-Jährigen Frau aus Reimershagen jetzt Widerspruch gegen die heutige Entscheidung des Gerichtes einlegen. Oberstaatsanwalt Harald Nowak zeigte sich mit der Entscheidung der Ermittlungsrichterin zufrieden.
Der achtjährige Fabian war am 10. Oktober verschwunden. Seine Leiche wurde vier Tage später am Ufer eines Tümpels südlich von Güstrow gefunden. Die Beschuldigte wurde am 6. November unter dringendem Mordverdacht in einem Dorf in der Nähe von Güstrow verhaftet. (dpa/osw)

DONNERSTAG, 20.11.25
Die Ermittlungen zum brutalen Tod von Fabian aus Güstrow laufen weiter auf Hochtouren. Heute haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft mit einem neuen Zeugenaufruf gemeldet. Konkret geht es um ein auffälliges Fahrzeug, das im Rahmen der Durchsuchungsmaßnahmen am 06.11.25 beschlagnahmt wurde. Dabei handelt es sich um einen Ford Ranger in der Farbe orange. Die Ermittler haben folgende Fragen:
Wer hat das auffällige Fahrzeug am Freitag, den 10.10.25, dem Tag des Verschwindens von Fabian, in Güstrow bzw. dem Güstrower Umland gesehen?
Besonders relevant sind für die Ermittler folgende Bereiche und Uhrzeiten:
- Güstrow, Schweriner Straße, zwischen 10:30 Uhr -11:00 Uhr
- Bülow, Gutow, Klein Upahl, Zehna, Lohmen, zwischen 10:00 Uhr -11:15 Uhr
- Klein Upahl/Lähnwitz/Großupahler See, zwischen 11:15 Uhr -15:00 Uhr
Ebenso bitten die Ermittler Fahrgäste, die am Freitag, 10.10.25, mit dem Regionalbus 203 aus Richtung Güstrow/Parumer Weg (Abfahrtszeit: 10:45 Uhr) in Richtung ZOB (Ankunftszeit: 10:58 Uhr) und Autofahrer, die über verbaute Außenkameras in ihren Fahrzeugen verfügen und an den angegebenen Orten und Zeiten unterwegs waren und den Pick-up gesehen bzw. aufgenommen haben könnten, sich ebenfalls bei der Mordkommission zu melden.
Hinweise nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Rostock, Ulmenstraße 54 unter der Hinweistelefonnummer 0800-5977268 oder über die Onlinewache der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern unter www.polizei.mvnet.de entgegen.
Ford Ranger
DONNERSTAG, 06.11.25
Im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow hat die Polizei eine Tatverdächtige festgenommen. Die Frau stehe im Verdacht, den Jungen im Oktober umgebracht zu haben, teilte der Rostocker Staatsanwalt Harald Nowack mit.
Nach Ausstrahlung der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ durchsucht die Polizei im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Mecklenburg-Vorpommern seit dem frühen Morgen mehrere Objekte. Es handele sich um Objekte mehrerer Personen in Reimershagen im Landkreis Rostock sowie um ein Objekt im benachbarten Rum Kogel, bestätigte eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Rund 120 Kräfte seien im Einsatz, darunter Beamte von Landeskriminalamt und Bereitschaftspolizei. Weitere Details zu der Aktion, die laut Sprecherin 6.00 Uhr begann, wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Die Sprecherin kündigte an, dass die Ermittler sich am Nachmittag zu dem Fall äußern werden. In Reimershagen hatte es im Zusammenhang mit dem Tod des Jungen aus Güstrow schon vorher Durchsuchungen gegeben, und zwar auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs.
Nach dem Zeugenaufruf in der ZDF-Sendung am Mittwochabend sind zahlreiche Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. Nach der Auswertung der Anrufe hieß es während der Sendung, die Kripo Rostock habe nach einer ersten groben Sichtung erklärt, es seien äußerst vielversprechende Hinweise dabei. Wie viele Hinweise bis zum Morgen eingegangen waren, konnte die Polizeisprecherin zunächst nicht sagen.
In der ZDF-Sendung wurden am Abend auch Fotos vom Fundort des toten Jungen gezeigt. Die Leiche von Fabian war am 14. Oktober rund 15 Kilometer von Güstrow entfernt an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt worden. Eines der Fotos zeigte ein Feuer in unmittelbarer Nähe des Tümpels. Die Polizei hatte erst kurz zuvor mitgeteilt, dass der Leichnam des Kindes vermutlich zur Verschleierung der Spurenlage angezündet worden sei. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass Fabian bereits am Tag seines Verschwindens getötet wurde. Als Zeitfenster für die Tat komme der 10. Oktober von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr in Betracht, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Fabian war am 10. Oktober wegen Unwohlseins nicht zur Schule gegangen und allein zu Hause geblieben. Als die Mutter von der Arbeit nach Hause kam, war ihr Sohn weg und kam auch zu der sonst üblichen Zeit nicht wieder nach Hause. Die Mutter versuchte zunächst selbst, den Jungen ausfindig zu machen und meldete ihn schließlich als vermisst. Nach tagelanger Suche mit zahlreichen Einsatzkräften wurde er schließlich am 14. Oktober tot gefunden. (dpa/osw)



