Gina H. und ihre Männer: Wie die Angeklagte im Fabian-Mordprozess ihr Umfeld manipulierte
Rostock – Update vom 16. Juni, 13:50 Uhr: Immer mehr erschütternde Details kommen im Mordprozess im Fall Fabian aus Güstrow ans Licht. Noch vor dem offiziellen Fund der Kinderleiche war die Angeklagte Gina H. am Fundort gewesen. So schildert es auch ein weiterer Zeuge am zwölften Prozesstag vor Gericht. Die Angeklagte habe ihn am 13. Oktober angerufen und gebeten, mit ihr zum Tümpel bei Klein Upahl zu fahren. Beide trafen gegen Mitternacht an dem Tümpel ein, den Gina H. als „Schweinesuhle“ bezeichnete.
Auf Nachfrage des Richters erklärte der Zeuge, dass Gina H. keine Reaktionen bei dem Anblick der Leiche gezeigt habe, die sie zu „100 Prozent“ als Fabian erkannte. Er selbst habe nur erkannt, dass es ein Mensch sei. Ob die Leiche verbrannt gewesen war, konnte er nicht sagen. Die Angeklagte habe gesagt, dass der Leichnam verbrannt oder angezündet worden sei.
Auf der Rückfahrt habe Gina H. gelacht, wobei sie sagte, dass sie nicht mehr weinen könne und das dann bei ihr oft in Lachen umkehre. Die Angeklagte habe noch gefragt, ob sie die Polizei informieren sollten. „Was willst Du der Polizei denn erzählen? Das glaubt uns kein Schwein“, habe er daraufhin geantwortet.
Am Tag nach dem Auffinden der Leiche brachte die Angeklagte dem Zeugen ihre weißen Turnschuhe, die sie in jener Nacht getragen hatte. Kurz darauf noch mehrere Paare weiterer Turnschuhe, die der Zeuge beiseitelegen sollte.
Heute sagt weiterer Mann im Fabian-Prozess aus: Angeklagte soll auch ihn zum Fundort geführt haben
Erstmeldung vom 16. Juni 2026 Am zwölften Prozesstag – am 16. Juni 2026 – im Mordfall Fabian ist ein Zeuge vorgeladen, der als Zweiter mit der Angeklagten am Fundort gewesen sein soll. Gina H. soll mutmaßlich auch diesen Mann zum Fundort der Leiche des achtjährigen Fabian geführt haben – und zwar zu einem Zeitpunkt, als Fabian offiziell noch als vermisst galt. Es ist ein weiteres Puzzlestück in einem erschütternden Gewaltverbrechen.

Bereits am 11. Prozesstag (12. Juni) hatte ein Zeuge, ein befreundeter Jäger, ausgesagt: Er sei von Gina H. zum Leichenfundort bei Klein Upahl geführt worden – noch bevor die Polizei über den Fund informiert war. Die Angeklagte habe den 37-Jährigen am Abend des 13. Oktober 2025 zum Tümpel geführt. Nun sagt am Dienstag ein weiterer Bekannter der Angeklagten Gina H. als Zeuge vor dem Landgericht Rostock aus. Bei dem Zeugen am 16. Juni handelt es sich um einen Nachbarn von Gina H. Der 58-Jährige ist eigenen Angaben zufolge 2020 nach Reimershagen gezogen.
„Da kann etwas nicht stimmen“: Bekannter von Gina H. sagt als Zeuge im Mordfall Fabian aus
Der Zeuge war am 13. Oktober ebenfalls mit der Angeklagten Gina H. am Tümpel, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland aus dem Gerichtssaal berichtet. Zu diesem Abend befragt der Richter den 58-Jährigen. Der Nachbar habe zu diesem Zeitpunkt noch gedacht, dass die Angeklagte damit nichts zu tun habe. Doch offenbar gab es Zweifel: „Ich habe Ungereimtheiten festgestellt und dachte, da kann was nicht stimmen.“
Was genau hat der Zeuge am Fundort gesehen? Warum schwieg er über den Leichenfund und ging ebenfalls nicht zur Polizei – diese Fragen sind zunächst noch offen. Ein angeblicher Zeuge enthüllte gegenüber Reportern erschreckende Details.
Gina H. informierte erst am 14. Oktober die Polizei. Sie sagte dort, dass sie den Leichnam Fabians an diesem Dienstag zufällig beim Spaziergang mit dem Hund an dem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt habe. Sie wurde an diesem Tag von einer dritten Person, einer Bekannten, begleitet. Laut Anklage starb der vermisste Fabian bereits am 10. Oktober.
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, den Jungen mit sechs Messerstichen getötet und dann angezündet zu haben. Noch schweigt die Angeklagte selbst zu den Vorwürfen. Das könnte sich jedoch bald ändern. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Der Mordprozess im Fall Fabian läuft noch bis voraussichtlich 10. September 2026. Gegen Fabians Vater wird mittlerweile wegen Falschaussage ermittelt. (Quellen: Landgericht Rostock, Redaktionsnetzwerk Deutschland, Ostsee Zeitung) (ml)









