Mordfall Fabian (8): Polizeibeamte decken die erschütternde Wahrheit über die Angeklagten auf
Rostock/Güstrow • Lesedauer: 2 min.

Im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow wird an diesem Dienstag (9.30 Uhr) erneut das ungewöhnliche und verdächtige Verhalten der Angeklagten beim Auffinden der Kinderleiche, die am 14. Oktober 2025 von ihr telefonisch gemeldet wurde, genauer analysiert.
Polizisten sagen aus
So sollen zwei Polizisten aussagen, die die Tatverdächtige damals gleich danach vernommen und mit ihr gesprochen haben. Zudem werden zwei andere Beamte berichten, was die zwei Männer damals ausgesagt haben, die schon einen halben Tag vorher mit der Angeklagten am Fundort – einem einsamen Tümpel auf einem Feld bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) – waren.
Die Staatsanwaltschaft will so nachweisen, dass die Angeklagte vermutlich schon seit dem Verschwinden von Fabian am 10. Oktober wusste, wie und wann der Junge getötet wurde und wo die Leiche lag. Fabian war am 10. Oktober allein zu Hause in der Wohnung der Mutter. Von dort verschwand er, wurde als „vermisst“ gemeldet, und am 14. Oktober fanden Beamte seine stark angebrannte Leiche an dem Tümpel.
Die Angeklagte, der heimtückischer Mord vorgeworfen wird, schweigt bisher dazu vor Gericht. Sie war bis zum Sommer 2025 die Lebensgefährtin von Fabians Vater. Die Anklage wirft ihr vor, den Jungen getötet zu haben, um die On-off-Beziehung mit Matthias R., Fabians Vater, wiederaufnehmen zu können. Während des Prozesses verkündete R., wieder eine Beziehung mit der Angeklagten zu führen.
Was die Angeklagte so verdächtig macht
Die beiden Bekannten der Frau hatten als Zeugen im Prozess berichtet, dass die 30-Jährige sie damals schon am 13. Oktober scheinbar gezielt zu dem Wasserloch geführt hat, das auch „Schweinesuhle“ genannt wurde, weil sich häufig dort Wildschweine im Schlamm suhlen.
Sie hatte der Polizei aber erst nach einem weiteren Spaziergang mit den Hunden einer Freundin am 14. Oktober telefonisch vom Fundort berichtet. Daraufhin geriet die 30-jährige Pferdesportlerin aus Reimershagen, südlich von Klein Upahl, unter Verdacht.
War der Fundort auch der Tatort?
Die Verteidigung hatte zuletzt für den 6. August auch noch eine Einlassung der Angeklagten angekündigt. Nach Angaben ihrer Anwälte bestreitet sie, mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Der Junge wurde am 10. Oktober gegen 11 Uhr in einem Nachbarort von Klein Upahl, in Zehna, vermutlich zum letzten Mal noch lebend gesehen. Er wurde, wie ein Rechtsmediziner sagte, mit sechs Messerstichen getötet. Ob der Fundort auch wirklich der Tatort ist, darüber streiten die Prozessparteien.
Eine Tatwaffe wurde bisher nicht gefunden.

