Schock im Fall Fabian: Am fünften Prozesstag kommt es plötzlich zu einer überraschenden Zeugenänderung – Fabians Großmutter soll nun vor Gericht bislang unbekannte Geheimnisse über die Beziehung zwischen dem Jungen,

Im Mordfall Fabian aus Güstrow steht am Donnerstag in Rostock der fünfte Verhandlungstag an. Eine neue Zeugin könnte die Rolle des Vaters erhellen.

Rostock – Am fünften Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow steht eine überraschende Änderung an. Statt der ursprünglich geladenen Polizeibeamtin wird am Donnerstag (21. Mai) die Großmutter des getöteten Jungen vor dem Landgericht Rostock aussagen. Die Pressesprecherin des Gerichts bestätigte die Planänderung am Montag (19. Mai).

Fortsetzung im Verfahren wegen Mordes an Fabian Verdächtige Gina H.
Im Prozess um den Mord am kleinen Fabian aus Güstrow geht es am Donnerstag (21. Mai) weiter mit Verhandlungstag Nummer fünf – mit einer Planänderung. Oberstaatsanwalt Harald Nowack erklärt, warum. (Collage) © Bernd Wüstneck/dpa

Oberstaatsanwalt Harald Nowack stellte gegenüber Ippen.Media klar, dass die Staatsanwaltschaft keinen entsprechenden Antrag eingereicht habe. Vermutlich sei die ursprünglich vorgesehene Zeugin verhindert gewesen. Die Mutter von Fabians Vater sei aber ohnedies als Zeugin im Fall benannt worden. Eine Stellungnahme des Gerichts lag am Mittwochmorgen zunächst nicht vor.

Fabians Großmutter soll am Donnerstag als Zeugin aussagen: Was sich die Staatsanwaltschaft erhofft

Von der Mutter des 35-jährigen Vaters erhofft sich die Anklage Erkenntnisse über das familiäre Umfeld des Jungen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Beziehungen zwischen Fabian, seinem Vater und der Angeklagten Gina H. Auch die Wiederaufnahme des Kontakts zwischen Vater und Sohn soll thematisiert werden. Weniger im Fokus stünde hingegen die Annäherung der letzten Wochen zwischen Vater und der Verdächtigen.

Seit Ende April läuft die Hauptverhandlung gegen die 30-jährige Gina H. Die Anklage lautet auf heimtückischen Mord. Am 10. Oktober 2025 soll sie den Jungen mit sechs Messerstichen getötet und seine Leiche anschließend in Brand gesetzt haben. Als mögliches Motiv gilt die beendete Beziehung zum Vater des Kindes. Die Angeklagte äußert sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Fabians Vater und Angeklagte wieder ein Paar – Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Falschaussage

Brisant: Der Vater des getöteten Jungen erklärte vor Gericht, er und die seit November 2025 inhaftierte Frau seien erneut liiert. An ihre Unschuld glaube er fest. Oberstaatsanwalt Nowack reagierte nach dem zweiten Verhandlungstag nüchtern: „Der Vater ist mehrfach vernommen worden und hatte dabei seine Aussagen bereits relativiert.“ Inzwischen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts der Falschaussage gegen ihn.

Die Veränderungen in seinen Aussagen seien kaum nachvollziehbar, betonte Nowack mit Blick auf frühere Vernehmungen bei der Polizei. Ebenso wenig erschließe sich, weshalb er die Beziehung zur Angeklagten wieder aufgenommen habe. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft habe Gina H. gezielt auf ihn eingewirkt, um eine Versöhnung herbeizuführen – offenbar mit Erfolg. Dem Zeugen fehle zudem das Interesse an objektiver Aufklärung, so Nowack weiter. Weder habe er Akteneinsicht beantragt noch sich als Nebenkläger dem Verfahren angeschlossen.

Zusätzliche Brisanz erhält der Fall durch Aussagen des Vaters über die leibliche Mutter des Jungen. Laut Christine Habetha, der Anwältin von Nebenklägerin Dorina L., schiebe er ihr eine „Pseudoschuld“ am Tod des Kindes zu. Vor Gericht nenne er die Mutter konsequent beim Nachnamen statt beim Vornamen. Das Elternpaar hatte sich bereits vor Jahren getrennt.

Prozess wird voraussichtlich verlängert – zehn weitere Termine geplant

Für Aufsehen sorgten zuletzt auch die Aussagen von Fabians ehemaliger Klassenlehrerin sowie seiner engsten Freunde. Bis zum 2. Juli sind einschließlich des Donnerstags noch 13 Verhandlungstage angesetzt. Der Vorsitzende Richter Holger Schütt kündigte jedoch bereits an, dass weitere Termine notwendig würden. (Quellen: dpa, Eigenrecherche, Anfrage Harald Nowack) (jm)

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