Silvester-Drama in der Schweiz im Live-Ticker Applaus für die Rettungskräfte durchbricht die Stille beim Trauermarsch in Crans-Montana

Es gibt noch so viele offene Fragen.
Bei dem Brand in der Silvesternacht war nach ersten Ermittlungen durch funkensprühende Partyfontänen Schaumstoff an der Decke der Bar in Brand geraten. Er hatte sich innerhalb kürzester Zeit ausgebreitet. Neben den mindestens 40 Todesopfern wurden 119 Menschen größtenteils schwer verletzt. Die Identifizierung der meisten Opfer dauert an.

Feuer-Tragödie in Crans-Montana: Alle neuen Entwicklungen im Live-Ticker

Camilla Koziol

Trauermarsch in Crans-Montana

Stille lag am Sonntag über den winterlichen Straßen von Crans-Montana. Hunderte Menschen zogen schweigend durch den Skiort, vorbei an den luxuriösen Chalets und Hotels, die vom Wohlstand des Alpendorfes zeugen. Ihr Ziel war die improvisierte Gedenkstätte neben der ausgebrannten Bar “Le Constellation”.

Die Trauernden folgten auf einen Gottesdienst, der so überfüllt war, dass viele Menschen draußen in der Kälte ausharrten. “Es geht darum, mit den Menschen zusammen zu sein, die leiden, die jemanden in der Familie, Kinder oder Freunde verloren haben”, sagt die 76-jährige Charlotte Schumacher, die am Trauermarsch teilnimmt. “Ich kenne Leute, die ihre Enkel verloren haben.”

Als der Trauerzug sein Ziel erreichte, brandete plötzlich Applaus auf. Er galt Dutzenden von Polizisten und Rettungskräften, die – einige von ihnen mit Tränen in den Augen – durch die Menge schritten. Sie wurden als Helden gefeiert. “Es ist unvorstellbar, was sie getan, was sie gesehen haben”, sagte Bruno Huggler, der Tourismusdirektor von Crans-Montana. “Und jetzt ist es sehr wichtig, sich um sie zu kümmern.”

Baz Ratner/AP/dpa
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Camilla Koziol

Nationaler Trauertag am Freitag

Für kommenden Freitag wurde in der Schweiz ein landesweiter Trauertag angekündigt. Um 14.00 Uhr sollen dann alle Kirchenglocken des Landes läuten, auch eine Schweigeminute ist geplant. In Crans-Montana selbst ist an jenem Tag eine Gedenkzeremonie geplant, an der auch der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin sowie Mitglieder des Parlaments und der Walliser Behörden teilnehmen.

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Im Zentrum des Skiorts versammelten sich am Wochenende immer wieder Menschen nahe des Unglücksorts und legten Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. In mehreren Gottesdiensten wurde der Opfer gedacht.
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Lea Haberbosch

Trauer um Todesopfer von Crans-Montana – Arthur, Achille, Chiara, Emanuele und Giovanni starben in Flammenhölle

„Dann, ohne Vorwarnung, bricht die Welt zusammen”, trauert der Vater von Chiara in einer italienischen Zeitung.
Trauer um Todesopfer von Crans-Montana – Arthur, Achille, Chiara, Emanuele und Giovanni starben in Flammenhölle
„Dann, ohne Vorwarnung, bricht die Welt zusammen”, sagt der Vater eines toten Kindes.
Lea Haberbosch

Das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt

Schweizer Experten haben inzwischen 24 der 40 Todesopfer der Brandkatastrophe in einer Bar in Crans-Montana identifiziert. Darunter ist das bislang jüngstes Todesopfer, eine 14-jährige Schweizerin, wie die Polizei im Kanton Wallis berichtet.
Zahlreiche Opfer sind noch minderjährig, darunter neben Schweizern auch Italiener und ein italienisch-emiratischer Staatsangehöriger. Ebenso identifiziert wurden ein Rumäne (18), ein Türke (18) und ein Franzose (39).
Unter den 119 Verletzten sind mehr als 70 Schweizer sowie Franzosen, Italiener, Serben und einzelne Angehörige anderer Länder. Deutsche Opfer wurden bislang nicht gemeldet.
Lea Haberbosch

Weitere Todesopfer aus der Schweiz und Italien identifiziert

Wie die Walliser Staatsanwaltschaft am Samstag (3. Januar) mitteilt, ist es der Kantonspolizei Wallis, dem DVI (Disaster Victim Identification) und dem Institut für Rechtsmedizin vier weitere Todesopfer zu identifizieren. Es handele sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 24 und 22 Jahren sowie um zwei Schweizer im Alter von 21 und 18 Jahren, berichtet die Zeitung Blick.
In italienischen Medien ist laut der Nachrichtenagentur AFP die Rede davon, dass ebenfalls drei italienische Todesopfer identifiziert worden seien. Es seien zwei Jungen im Alter von 16 Jahren und ein 17-Jähriger.
Am Ort der Katastrophe brennen am Samstagabend (3. Januar) Kerzen im Gedenken an die Toten
Am Ort der Katastrophe brennen am Samstagabend (3. Januar) Kerzen im Gedenken an die Toten. REUTERSFOTO
Camilla Koziol

Trauerfeier für die Opfer am Sonntag

Die Gemeinde Crans-Montana wird am Sonntag, 4. Januar, um 10.00 Uhr eine Trauerfeier veranstalten. Bischof Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, wird eine Messe zum Gedenken an die Opfer der Tragödie von Crans-Montana zelebrieren. Trauernde sollen in der Kapelle St. Christoph in Crans zusammenkommen. Leinwände werden die Messe nach draußen übertragen. Das berichtet die Gemeinde auf ihrer Internetseite.
Camilla Koziol

Feuerwehrleute kehren an den Ort des Unglücks zurück

Ein Feuerwehrmann der Sapeur-Pompiers de Sierre hälst sich eine Hand vor das Gesicht, als er eine Kerze vor der Bar und Lounge "Le Constellation" in Crans-Montana abstellt, wo das Feuer ausgebrochen ist.
Ein Feuerwehrmann der Sapeur-Pompiers de Sierre hälst sich eine Hand vor das Gesicht, als er eine Kerze vor der Bar und Lounge “Le Constellation” in Crans-Montana abstellt, wo das Feuer ausgebrochen ist. . Alessandro Della Valle/KEYSTONE/
Feuerwehrleute der Sapeur-Pompiers de Sierre bringen Kerzen vor die Bar und Lounge "Le Constellation".
Feuerwehrleute der Sapeur-Pompiers de Sierre bringen Kerzen vor die Bar und Lounge “Le Constellation”. Alessandro Della Valle/KEYSTONE/
Eine Gruppe von Feuerwehrleuten der Sapeur-Pompiers de Sierre versammelt sich am Ort der Tragödie.
Eine Gruppe von Feuerwehrleuten der Sapeur-Pompiers de Sierre versammelt sich am Ort der Tragödie. Alessandro Della Valle/KEYSTONE/

Ermittlungen gegen Betreiber der Bar „Le Constellation”

Die Schweizer Polizei hat strafrechtliche Ermittlungen gegen die Barbetreiber aufgenommen. „Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen”, teilte die Kantonspolizei Wallis mit.

Das französische Ehepaar wurde nicht festgenommen und unterliegt auch keinen Reisebeschränkungen, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage präzisierte. Es handele sich zunächst um eine Strafuntersuchung. Ob Anklage erhoben werde, entscheide die Staatsanwaltschaft zu einem späteren Zeitpunkt.

„Es wird daran erinnert, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt”, teilte die Polizei mit. Die Betreiber hatten Medienvertretern gesagt, dass sie vollumfänglich mit den Ermittlern kooperieren.

Verwendete Quellen: AFP; dpa; Reuters; eigene RTL-Recherchen

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