Mutter des getöteten Fabian (†8) erhofft sich endlich Antworten „Ich fühle mich einfach allein gelassen von der Polizei”
Fall Fabian: Mutter kämpft mit Ungewissheit – Polizei startet neuen Zeugenaufruf
Güstrow – Die Frage, warum Fabian nicht mehr zurückkehrte, beschäftigt die Mutter des achtjährigen Jungen seit Wochen. Am 10. Oktober meldete Dorina Lange ihren Sohn als vermisst, nur vier Tage später wurde Fabian tot aufgefunden. Wochen später nahm die Polizei eine Tatverdächtige fest, nach Informationen von RTL handelt es sich um Gina H., die frühere Partnerin des Vaters. Die Ermittlungen dauern jedoch weiterhin an, viele Fragen bleiben offen.
Dorina Lange zeigt sich in Interviews verzweifelt. Ihre Stimme stockt immer wieder, Tränen treten auf, und sie beschreibt das Gefühl, von der Polizei allein gelassen zu sein. Bereits mehrfach wurde sie zu Vernehmungen eingeladen. Dabei gehe es immer wieder um die gleichen Fragen, doch sie habe den Eindruck, dass nur wenig weiter vorangeht.
Am 20. November beantwortete Dorina Lange erneut mehrere Stunden lang Fragen der Ermittler. Im Mittelpunkt standen die Ereignisse rund um den 10. Oktober – den Tag, an dem Fabian verschwand. Am Abend meldete die Mutter ihren Sohn als vermisst, daraufhin begann die Suche. Wenige Tage später wurde Fabian tot aufgefunden. Am Fundort entdeckten die Ermittler Spuren verbrannten Grases, deren Herkunft noch nicht geklärt ist. Obgleich die Untersuchung Hinweise auf ein Fremdverschulden ergab, werden die genauen Umstände seines Todes weiterhin geprüft.
Die Tatverdächtige, Gina H., wurde am 6. November in Gewahrsam genommen. Gegen sie wurde ein Haftbefehl erlassen. Bisher hat sie sich zu den Vorwürfen nicht geäußert. Die bisherigen Ergebnisse stützen sich auf Indizien; konkrete Beweise liegen bislang nicht vor. Solange kein Gericht ein Urteil gefällt hat, gilt die Unschuldsvermutung.
Das Leben von Dorina Lange ist seit Wochen von belastender Ungewissheit geprägt. Freunde und Bekannte stehen ihr in dieser schweren Zeit bei. „Es tut mir so weh, sie so fertig zu sehen“, sagt eine Freundin. Besonders die Sorge, dass die Verdächtige möglicherweise wieder auf freien Fuß kommt, belastet die Mutter und ihr Umfeld.
Die Anwältin von Dorina Lange, Christine Habetha, kritisiert den Verlauf der Ermittlungen: „Die Verzweiflung der Mutter wächst stündlich, weil sie sehen muss, dass die Ergebnisse bisher kaum Klarheit bringen.“ Die Fragen der Polizei in den Vernehmungen zeigen laut Habetha eher Hilflosigkeit als Fortschritt.
Am Donnerstag, 20. November, starteten die Ermittler einen neuen Zeugenaufruf. Im Fokus steht dabei ein Pickup-Fahrzeug, das mit Gina H. in Verbindung steht. Autofahrer mit Kameras im Fahrzeug, die am 10. Oktober in der Gegend unterwegs waren, sowie Fahrgäste des Regionalbusses 203, der um 10:45 Uhr fuhr, werden gebeten, sich zu melden. Die Hinweise könnten helfen, den Fall weiterzuklären und endlich Antworten für Fabians Mutter zu liefern.




